Schwere Covid-19-Infektion Straubinger Erich Altmann: Aus dem Koma zurück ins Leben

Erich Altmann und sein Kollege Rainer Sobek Foto: Armin Weigel

Die fahle Haut, die sich über die eingefallenen Wangen spannt, die Körperhaltung eines Greises, die fast grotesk abgemagerten Arme und Beine, der Kampf um jedes einzelne Wort beim Sprechen: Es ist nicht einfach, in dem Erich Altmann, der da im Rollstuhl vor der mattgläsernen Eingangstür zur Station C3.6 des Bezirksklinikums Mainkofen sitzt und in die tief stehende Septembersonne blinzelt, den Menschen zu erkennen, der er vor seiner schweren Krankheit war.

Ich arbeite seit über 25 Jahren Schreibtisch an Schreibtisch in der Sportredaktion unserer Zeitung mit Erich Altmann und ich bin genauso lange gut mit ihm befreundet. In all den Jahren haben wir ziemlich alles miteinander erlebt, was man als Kollegen und Freunde eben erlebt - im Guten und im Schlechten. Und wir haben uns auch schon gegenseitig Krankenbesuche abgestattet. Aber das hier ist etwas anderes! Erich Altmann hat sich Anfang März mit dem Covid-19-Erreger angesteckt und lag danach - phasenweise dem Tod näher als dem Leben - 14 Wochen im künstlichen Koma. Jetzt besuche ich ihn in der Neurologischen Früh-Reha in Mainkofen, wo er erste Schritte auf dem langen Weg zurück ins normale Leben unternimmt. Es ist der zweite Besuch binnen drei Wochen, und die Fortschritte sind unübersehbar. Trotzdem: Der Anblick des Freundes schmerzt, und man leidet mit ihm. Aber Mitleid ist das Letzte, was Erich Altmann will.

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