Schule in Zeiten der Pandemie "Wir arbeiten auf allen Kanälen"

Mittelschullehrerin Ulla Schinharl im Homeoffice. Foto: privat

Ulla Schinharl arbeitet an der Mittelschule Ulrich Schmidl in Straubing und unterrichet dort die Klasse M7.
Was sie zum Thema Distanzunterricht sagt: 

Zwischenbilanz: „Der Distanzunterricht funktioniert gut, ich habe großes Glück, dass meine Schüler sehr diszipliniert und gewissenhaft mitarbeiten, dafür bin ich sehr dankbar. Es ist ein konstruktives Miteinander.“

Struktur und Technik: „Wir arbeiten hauptsächlich mit der Plattform MS Teams. Die Schüler bekommen bereits am Freitag den Wochenplan, damit sie grob wissen, was sie in der nächsten Woche erwartet. An unserer Schule unterrichten wir nach Stundenplan. Wir schalten uns jeden Morgen per Videokonferenz zusammen und besprechen die Inhalte der einzelnen Fächer. Danach arbeiten die Schüler selbständig zuhause. Ich bin in dieser Zeit für Fragen erreichbar – online oder telefonisch. In der anschließenden Videokonferenz klären wir offene Fragen, besprechen die Arbeiten und machen weiter Unterricht. Oft tauchen auch nachmittags Fragen auf, die wir dann über MS Teams oder per Mail klären. Wir sind also ständig in Kontakt.“

Entwicklung seit dem ersten Lockdown: „Seit dem ersten Lockdown hat sich viel getan, vor allem technisch. Wir haben im Herbst damit begonnen, die Schüler auf Distanzunterricht vorzubereiten und den Einsatz von Videokonferenzen geübt. Doch noch immer besitzen leider nicht alle Schüler an unserer Mittelschule das nötige Equipment. Deshalb arbeiten wir auf allen Kanälen. Mir ist wichtig, dass keiner an der Technik scheitert und jeder die Aufgaben erledigen kann.“

Perspektive: „Distanzunterricht ist meiner Meinung nach keinesfalls ein adäquater Ersatz für Präsenzunterricht. Viele Kinder sind auf sich alleine gestellt, da die Eltern ihrem Beruf nachgehen müssen oder aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten nicht helfen können. Obwohl wir mit unserem Jugendsozialarbeiter, Betreuern und - wenn nötig - mit Schulpsychologen zusammenarbeiten, ist zu befürchten, dass manche Schüler abgehängt werden und den Anschluss verpassen. Immer wieder sagen mir die Kinder, wie sehr ihnen die Schule mit allem, was dazugehört, fehlt. Das geht mir genauso. Wir vermissen uns alle wirklich sehr.“

 

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