Schule in Zeiten der Pandemie "Ohne Mitarbeit der Eltern nicht möglich"

Grundschullehrerin Melanie Friedl bei der Materialausgabe. Foto: privat

Melanie Friedl unterrichtet an der Grundschule Bogen die Klasse 1a.
Das sagt die Lehrerin zum Distanzunterricht: 

Zwischenbilanz: Meinen Schülern geht es gut im Distanzunterricht. Sie arbeiten größtenteils sehr zuverlässig und haben riesige Fortschritte seit unserem letztem Präsenzschultag beim Lesen, Schreiben und Rechnen gemacht.

Struktur/Technik: Unsere Woche beginnt jeden Montag um 9 Uhr in der Schule mit der Materialausgabe. Die Schüler bekommen über ein Fenster im Gang der Schule ihre korrigierten Hefte/ Arbeitshefte und Arbeitsblätter der letzten Woche zurück. Außerdem werden die neuen Arbeitsmaterialien und der Wochenplan ausgehändigt. Ab Dienstag starten wir jeden Tag der Woche immer gemeinsam um 8:30 Uhr in einer freiwilligen Videokonferenz für etwa 40 Minuten. Etwa die Hälfte meiner Klasse sehe ich täglich bei den Videokonferenzen. Mit allen anderen Schülern halte ich den Kontakt über das Telefon und spreche sowohl mit den Eltern als auch mit den Kindern. Außerdem habe ich für eine digitale Pinnwand (ein Padlet) eingerichtet, wo die Schüler zum Beispiel auf eigens erstellte Erklärvideos zu den neuen Lerninhalten zurückgreifen können.

Perspektive: Ein Tag im Distanzunterricht ist gerade für Grundschüler viel anstrengender und verlangt sehr viel Selbstdisziplin. Zudem muss man sich auch eingestehen, dass Distanzunterricht in der Grundschule ohne die engagierte Mitarbeit der Eltern nicht möglich ist. Erstklässler lernen gerade erst das Lesen und Schreiben und brauchen bei der Erledigung der Aufgaben immer die Mithilfe der Eltern. Viele Eltern sind berufstätig und arbeiten im Home-Office. Gleichzeitig sollen sie die Kinder bei den Hausaufgaben betreuen. Das ist nicht immer leicht zu schultern. Am meisten freue ich mich wieder auf den persönlichen Kontakt mit den Schülern. Manchen Kindern fällt es nicht so leicht, über das Telefon oder über einen Videoanruf mit dem Lehrer zu sprechen. Sie brauchen den Lehrer von Angesicht zu Angesicht, um sich zu öffnen, ihm Erlebtes zu erzählen oder etwas Privates anzuvertrauen.

 

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