"Schade, dass es weggerissen wird." Mit Wehmut verfolgt Alois Rötzer den Abbruch des Brauereigebäudes in Schönthal. Hier machte er einst seine Lehre als Brauer. Das sei die schönste Zeit seines Lebens gewesen, erzählt er, während sich der Bagger Stück für Stück vorarbeitet. Insgesamt neun Jahre hat Rötzer hier gearbeitet. Dass ihn der Abbruch tief berührt und ihm sehr nahegeht, gibt er offen zu. Schon zum dritten Mal ist er an diesem Vormittag gekommen, um letzte Fotos zu machen vom Brauhaus, dem Wahrzeichen Schönthals, wie er sagt.

Wehmut verspüren an diesem Tag auch Claudia und Kurt Erhard, denen das Gebäude bis November vergangenen Jahres gehörte. Seit 1803 brauten die Vorfahren von Kurt Erhard in Schönthal Bier. Zunächst pachtete der Braumeister Georg Baier die Brauerei, die sich im Kloster befand, vom Bayerischen Staat, drei Jahre später kaufte er sie. Das Sudhaus befand sich ursprünglich im Kloster, der Felsenkeller war räumlich davon getrennt. Aufgrund des schlechten Bauzustands der Wirtschaftsgebäude und des umständlichen Betriebsablaufs durch die räumliche Trennung von Produktionsstätte und Lagerkellern entschloss sich die Familie Erhard, ein neues Sudhaus zu errichten. Dieses wurde 1960/61 auf den alten Klosterkellern, den sogenannten äußeren Felsenkellern errichtet. Mit den Aushilfen zählte die Klosterbrauerei Schönthal 15 Mitarbeiter. Bis 1999 wurde hier Bier gebraut - Helles, Export, Pils, Märzen und in den letzten fünf Jahren auch ein Leichtes, erzählt Kurt Erhard.

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