Sarah Wiener: Gerichte mit Geschichte Die Hühner-Nudelsuppe für den Everest

Himalayische Huehnersuppe Foto: edition a

Mit einer himalayischen Hühner-Nudelsuppe – so gestärkt wagten Sir Edmund Hillary und sein Sherpa, Tenzing Norgay, 1953 den Gipfelsturm auf den Mount Everest. Und sie schrieben Geschichte. Viel Spaß beim Nachkochen des Rezepts aus dem neuen Kochbuch von Sarah Wiener.

Himalayische Hühner-Nudelsuppe Zutaten für 6 Personen (oder drei hungrige Bergsteiger):

Wer unter den Gipfeln des Himalaya kocht, schleppt nur selten eine Küchenwaage mit sich herum. Daher erfolgen die Angaben auch in Tassen und Löffelgrößen:

3 Tassen Hühnerbrust (zum Beispiel Reste vom Brathuhn am Vortag)
6 Tassen (ca. 1,5 l) Hühnerbrühe
½ Tasse Karotten Julienne (gestiftelt)
½ Tasse Sellerie (Julienne)
½ Tasse Schalotten (fein gewürfelt)
2 Tassen frischer Blattspinat
1 ½ Tassen Reisnudeln
1 Tasse Cocktailtomaten
1 Knoblauchzehe
½ Chilischote, mittelscharf (Julienne)
1 TL Chili, feurig
2 TL Ingwer, frisch und gerieben
2 TL Koriander, frisch
1 TL Kreuzkümmel
½ TL Szechuan-Pfeffer (auch japanischer oder chinesischer Pfeffer genannt; ersatzweise können Sie frischen schwarzen Pfeffer nehmen und die Menge etwas erhöhen)

Zubereitung:

Hühnerfleisch in mundgerechte Stücke schneiden und beiseitelegen (sollten Sie kein übriges Brathuhn haben, können Sie ebenso gut frische Hühnerbrüste in der Hühnerbrühe pochieren).

Hühnerbrühe in einem großen Topf aufkochen. Reisnudeln (ohne Fleisch) beigeben und Herd abschalten. Etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann sind sie weich. Die Nudeln aus dem Topf fischen, damit sie nicht zerkochen.

Die Suppe aufheben.

Jetzt machen Sie die Suppenpaste: Dafür pürieren Sie Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Cocktailtomaten, den feurigen und den milden Chili, Koriander, Kreuzkümmel und Szechuan-Pfeffer (wer mag, kann auch mit 1 EL Limettensaft ergänzen) mit einem Mixer oder in der Küchenmaschine (auf dem Berg mit einem großen Stein in einem Blechteller zerstampfen). Die Masse sollte jedenfalls gleichmäßig sämig sein.

Nun Öl in einem Topf erhitzen, die Suppenpaste beigeben und 30 Sekunden kräftig brutzeln lassen, dabei aber stets rühren. Mit der Hühnerbrühe löschen, das Fleisch beigeben sowie das vorgeschnittene Gemüse (Karotten, Sellerie, Spinat). Die Suppe nun gut 5 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest bis weich ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Reisnudeln in Teller portionieren, mit Suppe übergießen, etwas frischen Kreuzkümmel obendrauf zur Garnitur geben – und sofort servieren.

Tipp: Achtung, diese Suppe ist ziemlich bis sehr pikant. Wer es weniger scharf möchte, sollte auf den Chili entweder verzichten oder eine mildere Sorte einsetzen. Das Gleiche gilt für den Szechuan-Pfeffer.

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Cäsars Festmahl nach seinem Sieg über die Gallier, der Kokosnuss-Kuchen der Lyrikerin Emily Dickinson, das Essen der ersten Oscar-Nacht, Bob Marleys Hochzeitsmahl und Neil Armstrongs Essen auf dem Weg zum Mond - hinter den einzenen Abschnitten des neuen Buchs der Fernsehköchin Sarah Wiener stecken nicht einfach nur Rezepte, sondern Geschiche, oder besser Geschichten. Sie begibt sich darin mit ihren Lesern auf eine Reise durch die Jahrtausende der (Ess-)kultur seit Christi Geburt. Bei dieser Reise blickt sie nicht nur über die zeitlichen Grenzen hinweg, sondern auch über den geografischen Tellerrand. Sie bildet nicht nur Essmomente aus dem westeuropäischen Raum ab, sondern fasst die Mahlzeiten zu entscheidenden Momenten des Weltgeschehens in den Blick.

Ihre Widmung scheint ihre Überzeugung: "Für alle Köchinnen und Köche, die durch ihr Kochen die Welt zu einem besseren Ort machen." Die Meister am Herd machen unser Leben also erst lebenswert - mit ihrem Handwerk erschließen sie uns Welten zwischen süß und herzhaft, zwischen sauer und salzig, zwischen fruchtig-süß und umami-erdig.

Auf idowa erhalten die Leser im Laufe der kommenden Wochen immer wieder einen Einblick in das Buch und die betreffenden Rezepte.

Aus Sarah Wiener: "Gerichte, die die Welt veränderten", edition a, 2018, Wien, www.edition-a.at

 
 

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