Sanierung verschlingt rund 400 Millionen Euro Beginn mit Abschnitt zwischen Erding und Moosburg-Süd


Die Erneuerung der Fahrbahn erfolgt abschnittsweise. Die genaue Reihenfolge werde jedoch erst noch festgelegt. Los geht es jedenfalls mit dem Abschnitt zwischen Erding und Moosburg-Süd. Bei der Erneuerung wird die alte Betonfahrbahn entfernt. „Das derzeitige Konzept, das zur Abstimmung im Bundesverkehrsministerium liegt, sieht eine Erneuerung in Asphaltbauweise vor“, heißt es in der Stellungnahme des Ministeriums weiter.

Weshalb diese Betonplatten verbaut wurden, wenn sie doch anfällig für Hitzeschäden wie in den vergangenen Jahren sind, hat bestimmte Gründe: Betonfahrbahnen seien sehr dauerhafte Fahrbahnen, erklärte das Ministerium. Sie würden außerdem besonders Belastungen durch den Schwerverkehr aufnehmen können, ohne sich zu verformen.

Als die A92 in den 1970er und 80er Jahren gebaut wurde, ging man von einer Nutzungsdauer von 20 Jahren aus. Bei einer Fahrbahn, die heute hergestellt wird, würde man sogar von 30 Jahren ausgehen. Allerdings seien die Betonplatten, die man heute verbaut, dicker als damals.

Asphalt- und Betonfahrbahnen stünden gleichwertig nebeneinander. Eine Asphaltdeckenschicht bestehe aus mehreren Schichten. Jede hat eine andere Lebensdauer. Die Asphaltdeckschicht mit Splittmastixasphalt hält rund 16 Jahre, die darunterliegende Bindeschicht 30 Jahre und die Tragschicht 55 Jahre.

Sanierung in Nachtarbeit

Autobahnen mit Betonplatten werden nach wie vor verbaut, zum Beispiel kürzlich ein Stück der A8 München-Ulm. Dadurch, dass sie inzwischen jedoch mindestens 29 Zentimeter dick sind, könnten sie „Hitzespannungen problemlos aufnehmen“, wie es in der Stellungnahme des Ministeriums heißt. Als die A92 gebaut wurde, habe das Regelwerk lediglich eine Betondeckendicke zwischen 20 und 22 Zentimeter vorgesehen.

Bis die Erneuerung allerdings bei allen Streckenabschnitten angekommen ist, wird es zum Teil noch einige Jahre dauern. Ab dem Frühjahr werde deshalb wieder mit den Arbeiten für die Dehnungsfugen begonnen. Warum diese nicht über den Winter eingebaut wurden, erklärt die Pressestelle des Ministeriums so: Die Arbeiten könnten weder bei zu tiefen Temperaturen im Winter, noch bei hohen Temperaturen im Sommer durchgeführt werden. In dem einen Fall wäre das Füllen der Fugen mit Asphalt nicht möglich, im anderen Fall könne nicht geschnitten werden, weil die Betonplatten unter hohem Druck stünden.

Für diese Dehnungsfugen zwischen Flughafen und Dingolfing wurden bisher rund vier Millionen Euro aufgewendet. Hinzu kommen „erhebliche Kosten für das Nachbearbeiten wie das Fräsen oder das Aufbringen neuer Deckschichten“. Für 2016 werden nochmals rund sechs Millionen Euro anfallen.

Damit der Verkehr dabei aber möglichst wenig beeinträchtigt wird, erfolge die Sanierung der Strecke in Nachtarbeit, wie Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann kürzlich angekündigt hatte. Allerdings müssen sich die Autofahrer auch in diesem Jahr bei großer Hitze wieder auf Geschwindigkeitsbegrenzungen einstellen. Dann gilt über weite Strecken wieder maximal 80 Stundenkilometer.

 
 

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