Salching Super Stimmung trotz Regen: K.I.Z brachten das POA zum Beben

Obwohl es die meiste Zeit über regnete, war die Stimmung super. Foto: Regina Hölzel

Der zweite Tag auf dem Pfingst Open Air in Salching stand ganz im Zeichen der Headliner K.I.Z: Das Rapkollektiv aus Berlin brachte mit seiner martialischen und spektakulären Bühnenshow das Publikum zum Kochen - und ließ so sogar das schlechte Wetter vergessen.

Denn fast von Beginn an hatte der Regen das Festivalgelände fest im Griff. Die Straubinger Band The Red Aerostat, die am Freitag als erstes auf der Main Stage spielte, hatte nur fünf regenfreie Minuten - schon bei ihrem zweiten Song begann es kräftig zu schütten. Den Fans machte das aber nur wenig aus: Ein paar suchten Zuflucht unter den überdachten Bereichen, viele blieben aber vom Regen gänzlich unbeeindruckt und genossen die Mischung aus Indie, Folk und Rock trotz Schlamm aus nächster Nähe. Die Band bedankte sich dafür, indem sie mit Liedern wie "Rhythm of the rain" die perfekte musikalische Untermalung dazu lieferte.

In eine ganz andere Kerbe schlug dagegen die nächste Band: Rakede beschreiben ihren Stil selbst als Zukunftsmusik - viel Elektro mit etwas Hip-Hop vermixt. Damit kamen sie beim Publikum gut an: Trotz des Regens war die Stimmung ausgezeichnet und die Besucher tanzten ausgelassen in Matsch und Dreck. Auch Ok Kid ließen mit ihrem nachdenklichen Pop und intelligenten Texten das schlechte Wetter vergessen. Und als die POA-Veteranen von Frittenbude die Bühne betraten, war sowieso für die nächsten 75 Minuten alles andere nebensächlich. Die Musiker, die ursprünglich aus Geisenhausen (Landkreis Landshut) stammen, hatten sogar ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: Auf den Tag genau vor zehn Jahren wurde die Band nämlich gegründet - und zwar (wo sonst?) auf dem Pfingst Open Air. Damals noch in Hauzenberg. Um das zu feiern, hatten die Jungs neben ihren Songs auch mehrere Flaschen Sekt im Gepäck, die sie kurzerhand im Publikum verteilten. Und spätestens, als sie mit "Mindestens in 1000 Jahren" DIE Festival-Hymne überhaupt anstimmten, sang wirklich jeder im Publikum mit. Schwer vorstellbar, dass dieser Abend noch besser werden konnte.

Aber genau das wurde er. Denn mit K.I.Z stand ab 22.30 Uhr der erste der beiden Headliner (SDP spielen am Samstagabend ab 22.45 Uhr) auf der Bühne. Und da zu dieser Zeit auch endlich der Regen aufhörte, drängten sich sämtliche Fans ganz nach vorne. Kein Wunder: K.I.Z gelten schließlich als Revolutionäre des Deutsch-Raps und waren lange Zeit auch der Lieblingsfeind deutscher Jugendschützer. Wo andere verbal das Florett nutzen, zückt das Rapkollektiv aus Berlin kurzerhand die Kettensäge. Mit einigen Songs (wie z.B. "Ich bin Adolf Hitler", den sie heute ebenfalls spielten) sorgten sie auch schon für handfeste Skandale. Allerdings werden ihre Texte dermaßen ironisierend vorgetragen, dass eigentlich jedem klar sein sollte, dass man das alles nicht völlig ernst nehmen kann. Das wurde auch an ihrer martialischen Bühnenshow deutlich: Ein Panzer, der als DJ-Pult genutzt wird. Securities in Uniform, die mit Gewehren Luftschlangen ins Publikum schießen. Dazu Pyroeffekte, Luftballons und Konfetti en masse. Die Rapper kleckerten nicht, sondern klotzen und hatten das Publikum so von der ersten Minute an fest im Griff. Erst nach eineinhalb sehr wilden Stunden ließen sie es langsam wieder zu Atem kommen - und den zweiten Tag mehr als würdig ausklingen.

Unser Fazit des zweiten Tages:
Das Wetter hätte definitiv besser sein können. Und auch bei der Organisation haperte es heute noch ein bisschen. So funktionierte zum Beispiel das neue bargeldlose Bezahlsystem noch nicht einhundertprozentig. Bei mehreren Besuchern (darunter auch unseren Mitarbeitern) wurden die Chips bzw. das Guthaben an der Kasse in einigen Fällen nicht erkannt. Doch in Sachen Musik haben die POA-Veranstalter am zweiten Tag alles richtig gemacht und die Maßstäbe für den Rest des Festivals sehr hoch gesetzt. Wir sind auf jeden Fall gespannt, was uns am Sonntag unter anderem mit SDP, Kontra K und Maeckes erwartet. Es bleibt spannend!

 

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