Salching SDP sorgt für Besucheransturm: Der dritte Tag auf dem Pfingst Open Air

Das Pfingst Open Air lief am Samstag zur Hochform auf. Foto: Susanne Raith

Dank gutem Wetter und starken Bands avancierte der dritte Tag zum besucherstärksten vom ganzen Pfingst Open Air. Auf der Bühne gaben vor allem Hip-Hop und SDP den Ton an.

Knapp 10.000 Besucher erwarteten die Veranstalter für den Samstag. Das hatte zur Folge, dass sich das Festivalgelände schon sehr schnell füllte. Konnte man am Vortag (sicherlich auch durch den Regen bedingt) ohne Mühen stets bis ganz vorne durchgehen, war es am Samstag schon am frühen Nachmittag teilweise ziemlich voll. Schon der Opener Danju durfte sich über zahlreiche Fans freuen und heizte ihnen mit seinen Rap-Skills richtig ein.

Um 15 Uhr übernahmen die Straubinger Lokalmatadoren von Dicht & Ergreifend das Mikro und machten sofort klar, wohin die Reise gehen würde: „Wir haben eine Stunde Zeit zum Abreißen – die wollen wir nutzen“. Und das taten sie auch: Das Rap-Kollektiv hatte das Publikum von der ersten Sekunde an auf seiner Seite. Sie spielten nicht nur ihre bekannten Songs (wie natürlich „Zipfeschwinga“), sondern brachten den Besuchern auch kurzerhand ein neues Lied bei – die „Dampfplauderer-Hymne“. Und auch ansonsten interagierten sie viel mit ihren Fans, schossen Fotos und holten sogar zwei Besucher auf die Bühne, um sie bei einem Lied zu unterstützen.

Nachdem so eine Stunde ohne jede Atempause vergangen war, wurde es kurzzeitig wieder etwas ruhiger. Mit Teesy stand als nächstes eine waschechte Rhythm and Blues Band auf der Bühne. Die Gruppe war spontan für die Sängerin Namika eingesprungen, die ihren POA-Auftritt leider kurzfristig absagen musste. Mit ihren gefühlvollen Songs, welche sich oft um das große Thema Liebe in all ihren Facetten drehten, begeisterten Teesy vor allem den weiblichen Teil des Publikums.

In eine ähnliche Kerbe schlug auch die nächste Band: Maeckes. Intelligente und gefühlvolle Texte in einem Mix, der sich nicht wirklich einem Genre zuordnen lässt. Schließlich sind Genres ja „Dinosaurier“ (O-Ton Maeckes). Der Frontmann präsentierte sich während des Auftritts als absolutes Energiebündel, das nicht einmal fünf Sekunden lang still stehen konnte. Permanent tanzte, hüpfte und rannte er über die Bühne und steckte das Publikum schnell mit seinem Elan an. Durch ihren Charme konnte die Band auch über kleinere technische Probleme hinwegtäuschen (als etwa die Gitarre streikte, spielten sie ein Lied spontan a-capella). Gute Ideen wie etwa eine „After-Pogo-Meditation“ rundeten den gelungenen Auftritt ab.

War der Tag bisher eher hiphop-lastig, änderte sich das ab 19.30 Uhr schlagartig: Die Punkrock-Band Itchy Poopzkid sorgte für Musik der etwas härteren Gangart und einen erhöhten Lautstärkepegel. Schnell und fetzig – so lässt sich ihr Stil wohl am treffendsten beschreiben. Und gäbe es einen Preis für die spektakulärste Aktion des Tages – Frontmann Sibbi hätte ihn sofort gewonnen. Bei einem Lied händigte er den jubelnden Fans in der ersten Reihe seinen Gitarrenkoffer aus, kletterte darauf und spielte so direkt über ihren Köpfen weiter. Rock 'n' Roll eben!

Kurz vor Schluss wurde es mit Kontra K einmal mehr Hip-Hop-lastig: Die Rap-Gruppe aus Berlin hatte mit ihren Beats und Rhymes offenbar genau den Nerv des Publikums getroffen, den bei den meisten ihrer Songs waren wirklich alle Hände oben. Mittlerweile hatte sich auch das komplette Gelände gefüllt. Und alle warteten gespannt auf den letzten Act des Tages und den zweiten Headliner des Festivals: SDP.

Und das Pop-Duo aus Berlin wurde den Erwartungen mehr als gerecht: Passend zu ihrem erst kürzlich erschienenen Album „Zurück in die Zukunst“ verpassten sie der Bühne ein futuristisches Aussehen und gaben viele der neuen Songs (zum Beispiel „Klopf Klopf“, „Männer und Frauen“ und „Kurz für immer bleiben“) zum Besten. Auch ihre Bühnenshow konnte sich sehen lassen: Um ihren Klassiker „Ne Leiche“ einzuleiten, ließen sie etwa zu bedrohlicher Musik einen überdimensionalen Sarg auf die Bühne rollen – mitsamt einer Gummipuppe als Inhalt. Generell kam bei ihrem Auftritt der Humor nie zu kurz: Zwischen den einzelnen Liedern warfen sich die beiden Künstler immer wieder gegenseitig die Bälle zu, um das Publikum mit ihren Neckereien zu unterhalten. Sehr schön!

Unser Fazit des dritten Tages:
Schönes Wetter, abwechslungsreiche Musik und mit SDP ein echtes Highlight zum Ausklang: Das Pfingst Open Air lief am dritten Tag zur Höchstform auf.

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