Rund 6.000 Besucher rocken jährlich das Pfingst-Open-Air in Salching. Dafür wird jedes Mal ein großer Aufwand betrieben, von dem die Besucher während des Festivals kaum etwas mitbekommen. Wir von idowa haben deshalb am Samstagvormittag einen kurzen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Während die meisten Besucher nach der langen Partynacht langsam aufwachen, arbeiten die Helfer schon eifrig auf der Hauptbühne. Daniel, dem Stageleiter, stehen dafür rund 20 Stage Hands, Helfer in der Veranstaltungstechnik, zur Verfügung. In einer Schicht, die um 9 Uhr morgens beginnt und um 2 Uhr in der Früh endet, sind ständig 15 Arbeiter im Einsatz. Sie reinigen die Bühne und kümmern sich um Ton, Licht und Gestaltung. In diesem Jahr bilden mehrere LED-Panels eine Großbildwand, die mit Videos bespielbar sind. "Meistens sind die Bands mit einem einfachen Bühnenbild einverstanden. Manche möchten jedoch Bühnenbanner mit ihrem Bandlogo, sogenannte Backdrops, am Bühnenhintergrund anbringen", erklärt Daniel im Gespräch mit idowa.

Bevor die Bands ihren Sound checken, beseitigen die Helfer das restliche Konfetti vom Vorabend. Das hat der Rapper "MC Fitti" auf das Publikum herabregnen lassen. Die Arbeiten mussten bis 14 Uhr abgeschlossen sein, damit die Band "Raddamadadda" den zweiten Festivaltag eröffnen konnte. Sobald die erste Band die Bühne betreten hat, geht es Schlag auf Schlag. "Wir brauchen nur drei bis vier Minuten, um das Bühnenbild für die nächste Band zu wechseln. Dann erfolgt ein kurzer Soundcheck. Nach einer halben Stunde können die Musiker loslegen", verrät Daniel. Am Samstag gab es eine kleine Ausnahme. Die Bands "Bonaparte" und "K.I.Z." wollten ihr Bühnenbild und ihren Sound bereits am Vormittag checken. Für Daniel und sein Team stellt das kein Problem dar, weil sie sich mit den einzelnen Künstlern im Vorfeld absprechen. "Die Bands sollen sich bei uns wohlfühlen. Wenn sie so wie im Fall "K.I.Z." und "Bonaparte" ihren Fans eine neugebaute Kulisse präsentieren, dürfen sie diese natürlich vorher testen", sagt Daniel.

Die Bühnenhelfer arbeiten ehrenamtlich

Viele Künstler wie "MC Fitti" haben eigene Techniker dabei, die sich um den Klang und das Licht auf der Bühne kümmern. "Ist das nicht der Fall, kümmern wir uns darum", betont Daniel. Er und seine Helfer arbeiten ehrenamtlich. Sie sorgen auch für reichlich Essen und Trinken im Backstage-Bereich. Schließlich reisen viele Musiker bereits am Vormittag an.

In der Zwischenzeit hatten sich Michael und sein Team bestens auf die heißen Temperaturen vorbereitet. "Viele Besucher greifen auf unsere kühlen Getränke zurück, weil ihres bereits warm geworden ist", verrät Michael. Seit März konzipierte er seine Getränkestände, damit in der Hitze niemand verdursten musste. Michael sagt: "Am Freitag haben wir 1.300 Liter verkauft."


"Kleine Stadt mit 6.000 Leuten" verursacht Müll

Einer wichtigen Aufgabe hatten sich auch Stefan und seine Gruppe gewidmet. Sie sammeln den Müll, den die "kleine Stadt mit 6.000 Leuten", so wie es Stefan nennt, über das Wochenende produziert. Jeder Schlafplatz verursacht durchschnittlich drei Kilo Müll. "Würden wir uns um den Müll nicht kümmern, sähe es aus, als hätte jemand auf das Gelände eine Müllbombe geschmissen", versichert Stefan. Wie viel Müll entsteht, ist wetterabhängig. "Wenn es durch den Regen schlammig wird, gehen mehr Zelte, Tische und Pavillons kaputt. Zudem sind die Besucher bei schlechtem Wetter eher faul, den Müll zu trennen und ihn abzugeben," erwähnt Stefan. Auch wenn es heuer trocken ist, bleiben nach dem Wochenende auf dem Platz immer noch 30 bis 40 Tonnen Restmüll liegen. Stefan und die Organisatoren versuchen die Menge von Jahr zu Jahr zu verringern und setzen mit ihrem "Wasteland" Anreize für ein müllfreies Gelände. Sie bieten Workshops, Frühstück, Musik und einen "Magic Monday" an. "Die Besucher, die am Abreisetag einen vollen Müllsack abgeben, bekommen von uns einen kostenlosen Brunch", sagt Stefan.


Die Mitorganisatorin Kathi hat uns lediglich einen kleinen Einblick hinter die Kulissen gewährt. Insgesamt sorgen rund 500 Helfer für ein reibungsloses Musik- und Partywochenende auf dem größten Jugendkulturfestivals Südostbayerns. Auf die Frage, wann die Vorbereitungen für das nächste Pfingst-Open-Air beginnen, antwortet Kathi: "Jetzt schon, weil wir den Leuten weiterhin an Pfingsten eine tolle Zeit bieten wollen."