Salching Das Tagblatt wehrt sich gegen die Zensur

Rund vier Wochen lang war Bayern eine Räterepublik. Der gewählte Landtag wurde am Zusammentreten gehindert. Auch sonst gingen die Räte wenig demokratisch vor. So fielen die politischen Nachrichten im Straubinger Tagblatt vom 8. April 1919 der Zensur zum Opfer. Foto: pah

Was vor 100 Jahren in der Zeitung stand - Teil 4.

Endlich Frieden: Das war der beherrschende Gedanke im Jahr 1919. Mit dem Ersten Weltkrieg endet die Monarchie. Im Deutschen Reich tritt der Achtstundentag in Kraft. In Würzburg kommt Ludwig Volkholz als unehelicher Sohn einer Dienstmagd zur Welt; als Landrat von Kötzting und als bayerisches Original sollte er später bekannt werden. 1919 ist auch das Geburtsjahr des amerikanischen Schauspielers Lex Barker, der als "Tarzan" und "Old Shatterhand" weltberühmt wird. Doch davon wussten die Menschen damals noch nichts. Was sie in unserer Gegend bewegte und was damals in der Zeitung stand, soll Thema unserer Sommerserie sein. Im vierten Teil geht es um die Ausgaben im April 1919.

Das Volksgericht Straubing befasst sich mit einem Raubmord in Salching. Dort waren ein elf Monate altes Baby und eine 15-Jährige getötet worden. Außerdem wurde eine größere Geldsumme gestohlen. Angeklagt ist ein 20-jähriger Straubinger. Die 15-Jährige hatte laut Obduktionsbericht zahlreiche Schläge mit einem schweren Werkzeug und einen Messerstich in den Hals erhalten. Das Kind war erstickt; die schwere Bettdecke war über seinen Kopf gezogen. Der Vater der 15-Jährigen hatte die Leichen gegen 3 Uhr morgens am 4. März entdeckt. Zudem fanden sich Spuren von Brandstiftung im Haus, außerdem fehlte ein größerer Geldbetrag. In dem Haus waren zu dem Zeitpunkt auch drei Kinder im Alter von neun, sieben und sechs Jahren. Diese hatten bezeugt, dass der 20-Jährige am Abend des 3. März im Haus gewesen sei. Das Volksgericht überwies den Fall ans Schwurgericht. (Volksgerichte - nicht zu verwechseln mit dem Volksgerichtshof im Nationalsozialismus - waren Ende 1918 in Bayern eingerichtet worden. Sie waren Sondergerichte, die für die beschleunigte Aburteilung schwerer Straftaten sorgen sollten. Für Delikte wie Mord und Totschlag war das Schwurgericht zuständig.)

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