Russland kontrolliert Lage Keine weiteren Verstöße gegen Waffenruhe in Berg-Karabach

Ein Soldat aus Russland bewacht ein armenisches Kloster in Kalbadschar, nachdem die Region in Berg-Karabach in aserbaidschanische Kontrolle übergeben wurde. Foto: Emrah Gurel/AP/dpa/dpa

Russische Friedenssoldaten sollen im Konfliktgebiet Berg-Karabach die Waffenruhe durchsetzen. Am Freitag war es an einem Militärposten der Karabach-Armee im Süden der Region zu einer Schießerei gekommen. Russische Soldaten wollen eine Eskalation verhindert haben.

Baku/Eriwan - Nach dem Bruch der Waffenruhe im Konfliktgebiet Berg-Karabach im Südkaukasus hat es keine weiteren Verstöße gegeben. Das teilte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag in Moskau mit.

Am Freitag sei gegen ein Friedensabkommen verstoßen worden, hieß es. An einem Militärposten der Karabach-Armee im Süden der Region sei es zu einer Schießerei gekommen. Russische Friedenstruppen verhinderten nach Angaben aus Moskau eine Eskalation. Armenien und Aserbaidschan gaben sich gegenseitig die Schuld dafür.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken Aserbaidschan und Armenien hatten sich vor gut einem Monat unter Vermittlung Russlands auf die Friedensvereinbarung für Berg-Karabach verständigt. Um die Waffenruhe zu kontrollieren, sind fast 2000 russische Friedenssoldaten vor Ort.

Der jüngste Krieg um die bergige Region hatte am 27. September begonnen und dauerte bis zum 9. November. Aserbaidschan holte sich dabei weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Insgesamt starben auf beiden Seiten mehr als 4600 Menschen - die meisten davon Soldaten. Der Konflikt ist schon jahrzehntealt.

Armeniens Verteidigungsministerium hatte am Samstag von einem neuen Angriff Aserbaidschans in der Nähe zweier Dörfer gesprochen. Die Karabach-Armee ergreife "angemessene Maßnahmen", hieß es. Das aserbaidschanische Militär warf wiederum dem Nachbarland vor, entgegen der Vereinbarung aus dem Gebiet nicht abgezogen zu sein. Stattdessen seien neue "Kampfpositionen" bezogen worden. Bei Angriffen habe es vier Tote und zwei Verletzte gegeben.

Aserbaidschan hatte in der Nacht zum Samstag den Kriegszustand aufgehoben. Zuvor hatte das Land den "Sieg" über Armenien mit einer großen Militärparade gefeiert. Dagegen werfen viele Armenier ihrer Regierung eine Kapitulation vor. Bei Protesten fordern Demonstranten immer wieder den Rücktritt von Regierungschef Nikol Paschinjan. Auch am Sonntag gab es in der Hauptstadt Eriwan Proteste.

Nach Angaben der russischen Friedenstruppen sind in den vergangenen Wochen 38 341 Menschen in ihre Wohnhäuser in Berg-Karabach zurückgekehrt. Sie waren vor den Gefechten geflohen. Zudem seien Spezialisten weiter dabei, Gebiete von Minen zu räumen.

© dpa-infocom, dpa:201213-99-677421/2

 

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