"Running Up That Hill" von Kate Bush Wie "Stranger Things" dem Lied wieder Leben eingehaucht hat

Gefangen in der Welt des Oberschurken Vecna, muss Max einen Weg zurück finden. Hilfe bekommt sie dabei durch ein Lied. Foto: Netflix

Nach 37 Jahren ganz oben: In den 1980er-Jahren wurde der Song „Running Up That Hill“ zur Hymne einer Generation. Auf Platz eins der Charts landete er aber erst durch „Stranger Things“.

Auch wenn er als einer der bekanntesten Songs der 1980er-Jahre gilt, an die Spitze der Charts hat es „Running Up That Hill“ von Kate Bush damals nicht geschafft. Dafür ist die melancholische Synthiepop-Ballade vielleicht doch etwas zu speziell gewesen. Zum Glück gibt es gerade eine ganze Menge Filme und Serien, die Songs aus der guten, alten Zeit wieder entdecken. Allen voran der Netflix-Hit „Stranger Things“.

Die Gruselserie spielt in den 1980er-Jahren und hat die jungen Zuschauer schon mit vielen Songs aus der Zeit bekannt gemacht, die sie bisher maximal von Coverversionen und Remixes kennen. „Running Up That Hill“ hat die Fans aber noch einmal extra stark berührt: dank einer Szene aus der Folge „Dear Billy“.

Was die Szene so besonders macht, ist, wie gut der Song zu ihr passt. In „Running Up That Hill“ stellt sich Kate Bush vor, wie viel einfacher das Leben mit ihrem Partner wäre, wenn jeder nur für ein paar Momente in die Haut des anderen schlüpfen könnte. Dafür wäre sie sogar bereit, „A Deal with God“ zu machen, so der ursprüngliche Titel des Lieds, der dem Label damals aber doch etwas zu heikel war.

Die Szene, die das Lied wieder bekannt gemacht hat, ist auf YouTube zu sehen:

„Running Up That Hill“ passt perfekt zur Szene in der Serie

In „Stranger Things“ wiederum hat Oberschurke Vecna Teenager Max in seiner eigenen Welt gefangen und will ihr die Lebensenergie rauben. Durch die Macht des Songs schaffen Max’ Freunde es, zu ihr durchzudringen und den Bösewicht lange genug zu verwirren, damit Max den Weg nach oben schafft, um aus Vecnas Welt zu entkommen. Weiß man zusätzlich, wie Max in Vecnas Hände gekommen ist, nämlich aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder Billy, wird klar, warum „Running Up That Hill“ so perfekt zur Szene passt.

Auf den gängigen Sozialen Medien überschlugen sich die jungen „Stranger Things“-Fans mit den Lobeshymnen. Und sie begannen, „Running Up That Hill“ rauf und runter zu hören und zu kaufen. Das führte zu einem Phänomen, das mittlerweile mehrere Lieder aus den 1980er- und 1990er-Jahren ereilt hat: Kaum tauchen sie in einer jungen, angesagten Serie auf und gefallen den Teenagern, die sie sehen, kommen sie wieder in die Charts. Bestes Beispiel sind die Songs aus den „Guardians of the Galaxy“-Filmen.

Sogar Kate Bush ist vom aktuellen Hype angetan

Ganz den Erfolg von „Running Up That Hill“ hatten aber nur wenige Klassiker. Das hat sogar die Musikerin Kate Bush dazu bewogen, der BBC gegenüber zu erzählen, wie sie es findet, dass ihr Song nach knapp 40 Jahren wieder an der Spitze der Charts steht. Kate Bush, vor allem dafür bekannt, wie zurückgezogen sie lebt und wie wenig sie mit der Öffentlichkeit redet, war gleichermaßen überrascht und angetan.

Großes Lob gab es auch für die Duffer-Brüder, die „Stranger Things“ produzieren. „Ich glaube, sie haben dem Song einen besonderen Platz gegeben“, sagte sie im Interview. „Er ist für Max fast so etwas wie ein Talisman und das ist sehr berührend.“

Weniger positiv fällt die Reaktion der alten Kate-Bush-Fans aus. Viele freuen sich natürlich, dass jetzt eine komplett neue Generation die Musik ihres Idols kennenlernt, einige Fans sind aber stinkig, dass es wieder einmal eine TV-Serie gebraucht hat, um die Jugend von heute auf gute Musik aufmerksam zu machen.

Die Sängerin ist nicht nur für diesen Song bekannt

Insgesamt scheint man sich mit den neuen Fans aber zu arrangieren. „Herzlich willkommen“, schreibt etwa ein Fan unter einem YouTube-Video zur Szene aus „Stranger Things“. „Kate Bush hat noch viele andere exzellente Lieder.“

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch Leser, die Freischreiben-Autoren. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

 
 
 

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