Rumänien US-Militär verlegt Soldaten aus Vilseck nach Rumänien

Stryker Radpanzer der US-Army stehen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Foto: Armin Weigel/dpa/dpa

Es ist eine Mission mit Symbolkraft: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konfliktes schickt das US-amerikanische Militär Soldaten aus Deutschland nach Rumänien - zur Verstärkung der NATO-Ostflanke. Die ersten Kräfte sind schon abgereist.

Vilseck (dpa/lby) - Die US-Armee verlegt knapp 1000 Soldaten samt Panzern und Militärfahrzeugen von ihrem Standort Vilseck in der Oberpfalz nach Rumänien. Ein Teil der zum 2. Kavallerie-Regiment gehörenden Kräfte sei bereits abgereist, sagte Kommandant Joe Ewers am Mittwoch. Innerhalb der nächsten Tage sollen sich die weiteren Soldaten auf den Weg machen. Das US-Verteidigungsministerium hatte die Verlegung in der vergangenen Woche angekündigt.

Ein Hauch Kalter Krieg liegt in der ebenso kalten Luft über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Der Fokus der Mission liege aber klar auf Training, betont Ewers mehrmals. Mit der Maßnahme soll die Nato-Allianz - und vor allem die Nato-Ostflanke - verstärkt werden. Die US-Soldaten würden auf Einladung der rumänischen Regierung verlegt und sollen bleiben, solange sie willkommen seien und es die Mission erfordere. "Wir stehen Schulter an Schulter mit der rumänischen Armee."

Ewers spricht von einer sehr wichtigen Mission, die die Soldaten mit Stolz anträten. Einsätze dieser Art seien für die Kräfte nichts Neues, denn genau hierfür stünden sie bereit.

Auf dem Truppenübungsplatz, an dem auch die Kleinstadt Vilseck liegt, stehen Dutzende Fahrzeuge des Stryker-Geschwaders in zwei langen Reihen und werden auf Lastwagen verladen. Die Fahrzeuge, darunter mittelschwere Radpanzer, sind den Angaben nach für kurzfristige Einsätze konzipiert. In den kommenden Tagen sollen sie auf dem Landweg, teilweise auf der Schiene, nach Rumänien verlagert werden.

Laut dem Pentagon sollen auch 2000 Kräfte aus den USA nach Europa verlegt werden, 1700 davon nach Polen und 300 nach Deutschland. Diese Maßnahme geht dem Weißen Haus zufolge nicht auf eine akute neue Lage in der Ukraine-Krise zurück. Die US-Regierung sei seit Wochen mit Partnern und Verbündeten in der Region im Gespräch, hatte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden vergangenen Mittwoch gesagt.

Mit Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) und dem benachbarten Vilseck (Landkreis Amberg-Sulzbach) unterhält die US-Armee ihren größten Standort in Europa. Einem Sprecher zufolge sind dort zurzeit rund 12.000 Soldaten stationiert. Zur Garrison Bavaria Grafenwöhr gehören auch die Standorte Hohenfels und Garmisch.

Das 1836 gegründete 2. Kavallerie-Regiment gilt den Angaben nach als das am längsten aktiv dienende Kavallerie-Regiment der US-Armee und funktioniert heute unter anderem als eine schnell verlegbare Truppe zur Stärkung von Bodenkräften.

© dpa-infocom, dpa:220209-99-45461/4

 
 
 

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