München (dpa/lby) - Nach der chaotischen Abstimmung der in Deutschland lebenden Rumänen bei der Europawahl hat sich der rumänische Botschafter entschuldigt. In München und Nürnberg hatten Wähler am Sonntag teilweise stundenlang vor den rumänischen Wahllokalen warten müssen, um ihre Stimme abzugeben. In einem Brief an die Deutsche Presse-Agentur entschuldigte sich Botschafter Emil Hurezeanu bei den rumänischen Wählern, die "nach vielen Stunden Wartezeit" verständlicherweise nervös geworden seien. Ebenso bedauert er die "durch diese Umstände bedingten Unannehmlichkeiten für die deutschen Gemeinden". Es sei eine Lektion gewesen, dass man das Wahlgesetz in Rumänien und für das Ausland anpassen müsse.

Am Wahlabend war die Stimmung vor dem rumänischen Generalkonsulat in München zwischenzeitlich so gereizt gewesen, dass die Polizei Absperrzäune errichtete. Am späten Sonntagabend warteten immer noch geschätzt 200 Menschen vor dem Eingang. Die Lage beruhigte sich dann wieder. Auch in Nürnberg mussten die Menschen teils mehrere Stunden warten. In anderen Städten in Deutschland gab es ähnliche Probleme, teilweise bis hin zu Tumulten. In mehreren anderen bayerischen Städten konnte die Stimmabgabe dagegen geordnet beendet werden, wie eine Sprecherin des Innenministeriums auf Anfrage mitteilte.