Rüstungsindustrie Panzerbauer KNDS erwartet bald weitere Partner

Der von Deutschland und Frankreich geplante Nachfolger der Kampfpanzer Leopard und Leclerc könnte ein europäisches Projekt werden. Der Chef des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS, Frank Haun, sagte der "Wirtschaftswoche": "Wir hören, dass sich Italien, Norwegen, Polen und Großbritannien beteiligen möchten, sobald es möglich ist." Das könnte schon nächstes Jahr geschehen. Die vier Staaten könnten nicht nur Aufträge, sondern auch Technologie beitragen, "wie Kongsberg aus Norwegen oder Leonardo aus Italien".

Zu KNDS gehört der Münchner Panzerbauer Kraus-Maffei Wegmann. Haun forderte für sein Unternehmen die industrielle Führung bei dem Panzerprojekt. "Die Entscheidung sollte auf nachgewiesenen Fähigkeiten in der Systemführerschaft beruhen. Da muss Schluss sein mit Gremienproporz", sagte Haun. "Das können wir besser als Rheinmetall. Und sind damit auch profitabler." Das Projekt müsse auch "heraus aus dem Klein-Klein zwischen Ministerien, Ämtern, Amateurindustriepolitikern und Lobbyismus". Dass "die Luftqualität in einem Panzer auch im Gefecht nicht schlechter sein darf als in einem Büro" könnte auch gestrichen werden.

Zu dem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigten Sonderfonds von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr äußerte sich Haun vorsichtig: " Bevor das Geld nicht da ist, würde ich es erst einmal nicht verplanen." Der Bundestag entscheide. "Ich habe gelernt, nach politischen Ankündigungen erst einmal abzuwarten." Die Bundeswehr habe über die Jahr so viele Lücken bekommen, dass ihre Ausrüstung fünf bis zehn Jahre dauern werde. Auf Dauer brauche sie mindestens 60 Milliarden Euro pro Jahr.

Gegenüber "Russland herrschte in Berlin bis vor kurzem eine Art Weltfremdheit", kritisierte Haun und forderte, Russland nicht weiterhin jeden Tag 200 Millionen Euro für Gas zu zahlen: "Dann müssen wir den Gürtel halt mal enger schnallen." Aber Gewalttäter müssten einen Preis mit Signalwirkung bezahlen. "Denn ich befürchte, der Überfall auf die Ukraine war noch nicht der letzte Krieg, den wir erleben. Die nächsten könnten sich um China und Taiwan drehen oder um Irans Atomprogramm."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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