Rüstungsindustrie Jenoptik trennt sich endgültig von Militärtechniksparte

Des Schriftzug des Technologiekonzerns Jenoptik auf dem Dach eines Gebäudes in Jena. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Lange hatte der Jenoptik-Vorstand einen Käufer für die Militärtechnik-Sparte des Konzerns gesucht. Jetzt sind alle Verträge unterschrieben. Vorstandschef Traeger sagt, er bereue das nicht.

Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik trennt sich von seiner kompletten Militärtechniksparte mit rund 700 Beschäftigten. Der Verkauf, der im November 2021 angekündigt worden war, sei perfekt, teilte die börsennotiert Jenoptik AG am Donnerstag in Jena mit. Die Sparte, die unter der Dachmarke Vincorion zusammengefasst ist, geht an einen Fonds des britischen Finanzinvestors Star Capital Partnership. Die nötigen Genehmigungen der Behörden seien erteilt, der Verkauf rechtskräftig, sagte Jenoptik-Vorstandschef Stefan Traeger.

Der Jenaer Konzern wolle sich auf sein Kerngeschäft mit optischen Komponenten, Lasern und Industrieausrüstungen konzentrieren. "Dort werden die Einnahmen investiert und damit in weiteres Wachstum", sagte Traeger der Deutschen Presse-Agentur. Zum Verkaufspreis machte Jenoptik keine genauen Angaben, er liege im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Zudem seien Pensionszusagen für die Mitarbeiter vom Käufer übernommen worden.

Er bereue den Verkauf angesichts der Bedeutung, die Militärtechnik und ihre Produktion seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat, nicht, sagte Traeger. "Nein, überhaupt nicht." Er sei aus strategischen Überlegungen erfolgt. Es hätten keine Synergien zwischen Vincorion und "dem großen Rest von Jenoptik" bestanden. Politischen Druck durch das rot-rot-grün regierte Thüringen, dass über eine Beteiligungsgesellschaft Jenoptik-Aktien hält, habe es nicht gegeben.

Vincorion umfasst die Fertigung von Wehrtechnik - dazu gehören Komponenten für Schützenpanzer, Kampfjets oder Raketenabwehrsysteme - sowie den mechatronischen Bereich von Jenoptik mit Standorten vor allem in Wedel bei Hamburg und in Altenstadt in Bayern. Der Unternehmenswert wurde mit rund 130 Millionen Euro angegeben, der Umsatz der Sparte lag 2021 bei rund 145 Millionen Euro.

Für ihr Militärgeschäft hatte Jenoptik seit Mitte 2019 Käufer gesucht. Anfang 2020 war die Verkaufsaktion zeitweise auf Eis gelegt worden, weil Interessenten laut Jenoptik zu wenig geboten hatten.

Jenoptik bezeichnete das Geschäft als "Meilenstein in der Transformation hin zu einem reinen und global führenden Photonik-Konzern". Das Jenaer Unternehmen trennt sich damit von einem nicht unerheblichen Teil seines 2021 erzielten Konzernumsatzes von 896 Millionen Euro. Die Jenoptik-Gruppe beschäftigte bisher insgesamt rund 4300 Mitarbeiter.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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