Bundesliga "Die bessere Antwort": Bayern als "Kämpfer" auf RB-Jagd

Bayern-Stürmer Thomas Müller traf in Berlin zum zwischenzeitlichen 1:0. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Der geglückte Konter im Meisterrennen entspannt die Lage beim FC Bayern vorerst. Die Münchner gefallen sich in der Rolle als "Kämpfer" und Jäger von RB Leipzig. Eine Dauerdebatte geht aber weiter.

Berlin - Die Bayern-Bosse um Neu-Vorstand Oliver Kahn verließen das Olympiastadion in gelöster Stimmung, Thomas Müller & Co. legten bei der Jagd auf die Konkurrenz auch verbal nach.

Der geglückte Konter im Meisterrennen zum Rückrundenstart beim 4:0 über Hertha BSC sorgte für gesteigerte Angriffslust beim Rekordmeister. "Das war die bessere Antwort", verkündete Müller in der zugigen Tiefgarage der Berliner Arena mit Blick auf die Wackel-Siege von RB Leipzig und Borussia Dortmund. "Wir waren da unter Druck, und dieses Gefühl gibt uns Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben."

Auch Ex-Coach Jürgen Klinsmann sieht die Münchner wieder in der Form für die angestrebten Titel. "Die Klasse hat der FC Bayern, deshalb werden sie ein großes Wort mitreden in der Meisterschaft und auch in der Champions League", sagte der Hertha-Trainer am Montagmorgen.

Der Rekordmeister musste sich allerdings auch eingestehen, dass der Erfolg beim von Klinsmann auf biedere Mauertaktik gepolten Hauptstadtclub "gar nichts" (Müller) für die kommenden Spiele aussage. Vor dem Gipfeltreffen mit Tabellenführer RB Leipzig darf sich das Team von Trainer Hansi Flick in der Liga gegen den FC Schalke 04 und beim FSV Mainz 05 keine Ausrutscher erlauben, um die leichte Entspannung nicht direkt wieder zu zerstören.

"Die Rückrunde wird lang sein, wir kennen die Rolle aus der letzten Saison und hatten da noch mehr Punkte aufzuholen", sagte der souveräne Keeper Manuel Neuer über den Vier-Zähler-Rückstand auf die Sachsen. "Aber wir haben gezeigt, dass wir Kämpfer sind." Der Bayern-Kapitän blieb im 21. Bundesligaspiel gegen Hertha zum 15. Mal ohne Gegentor und stellte damit den Bundesligarekord von Oliver Reck ein. Gegen ein Team spielte kein anderer Torwart öfter zu null.

1:0-Schütze Müller durfte sich durch seine zwölfte Saisonvorlage ebenfalls über eine ligaweite Bestmarke seit Beginn der statistischen Aufzeichnung freuen. Zudem machte die erfolgreiche Rückkehr von Robert Lewandowski, der den zweiten Treffer per Foulelfmeter erzielte, nur 29 Tage nach seiner Leisten-OP Mut für die anstehenden Aufgaben.

Aus der öffentlichen Dauer-Debatte, ob und wie sich die Münchner angesichts der Personalnot noch im Winter verstärken müssen, ist der ganz große Druck zwar erst einmal raus - könnte aber schnell wieder Fahrt aufnehmen. "Wenn jetzt die nächsten Wochen die Ergebnisse passen, müssen wir uns nicht verstärken", sagte Müller und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Falls die Ergebnisse nicht so gut ausfallen die nächsten Wochen, dann hätten wir uns auf jeden Fall verstärken müssen." Viel Zeit bleibe angesichts des Transferschlusses am 31. Januar dafür nicht mehr.

Nach überstandenen Achillessehnenproblemen durfte Serge Gnabry zumindest die letzten Minuten wieder reinschnuppern, gegen Schalke kehrt zudem Joshua Kimmich nach Gelbsperre zurück. Aber auch in Berlin betätigte sich Flick als Mahner und betonte vor Anpfiff, dass sein Team derzeit "in der Defensive einen Mangel an Spielern" habe.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic verwies im Pay-TV-Sender Sky jedoch darauf, dass sich die personelle Situation in den kommenden Wochen entspannen werde. Die Bayern hätten zudem eine gute Mannschaft, "von der wir absolut überzeugt sind", sagte der Kaderplaner. "Der Wintertransfermarkt ist schwer, weil die Clubs nicht gerne die besten Spieler mitten in der Saison abgeben. Und unsere Mannschaft zu verstärken ist auch schwer, weil sie eine hohe Qualität hat."

 

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