Rückkehr an den Pulverturm Alexander Dotzler: "Sieg gegen den Ex-Club hat seinen Reiz"

Alexander Dotzler wechselte im Dezember zu den Iserlohn Roosters. Foto: imago

Alexander Dotzler spielte seine siebte Saison im Trikot der Straubing Tigers. Doch wegen zu geringer Spielzeiten entschied er sich im Dezember für einen Wechsel innerhalb der DEL zu den Iserlohn Roosters. Mit diesen kehrt der 34-Jährige am Freitag an seine alte Wirkungsstätte zurück. Es geht um wichtige Punkte. Die Straubing Tigers wollen noch auf Platz sechs, die Roosters brauchen bei acht Punkten Rückstand jeden Zähler, um weiter die Chance auf Platz zehn zu haben. Im idowa-Interview spricht Dotzler über seinen Abschied aus Straubing, die ersten beiden Monate in Iserlohn und ein mögliches Karriereende in seiner Heimatstadt Regensburg.

Herr Dotzler, vor rund eineinhalb Jahren sind Sie von den Grizzlys Wolsburg zu den Straubing Tigers zurückgekehrt. Hätten Sie sich damals vorstellen können, die Tigers noch einmal für ein anderes DEL-Team zu verlassen?
Alexander Dotzler: Grundsätzlich sollte man niemals nie sagen, ganz besonders nicht im Geschäft Profisport. Aber ehrlicher Weise bin ich nicht davon ausgegangen, noch einmal für einen anderen Club zu spielen. Ich kam schon mit der Absicht zurück, meine Karriere hier zu beenden. Es war nicht geplant, ich bin jetzt aber auch nicht unglücklich über die Situation. Ich bin bislang sehr zufrieden in Iserlohn und freue mich über die neue Herausforderung.

Warum ist es letztlich so gekommen, dass Sie noch einmal aus der Heimatregion weggewechselt sind?
Dotzler: Ich bin vor eineinhalb Jahren mit der Absicht zurückgekommen, meine Erfahrung, die ich unter anderem auch bei internationalen Spielen gesammelt habe, ins Team einzubringen. Leider habe ich dann aber eine ganz andere Rolle gespielt, als ich mir vorgestellt hatte. Wie es dann in dieser Saison zu Ende ging, war natürlich schade.

Wie lief der Abschied aus Ihrer Sicht?
Dotzler: Das ging über einen längeren Zeitraum. Ich hatte bekanntlich relativ wenig Eiszeit und musste auch immer wieder auf die Tribüne. Das ist für einen Sportler natürlich nicht zufriedenstellend. Deshalb habe ich nebenbei nach Alternativen gesucht und war froh, von den Tigers die Freigabe erhalten zu haben, nachdem ich das Angebot aus Iserlohn bekommen hatte.

Wann haben Sie es gemerkt, dass nicht mehr wirklich auf Sie gesetzt wurde?
Dotzler: Eigenglich war schon nach der Vorbereitung beziehungsweise ab dem ersten Spiel klar, in welche Richtung es sich entwickelt.

Wurde das Ihnen gegenüber offen kommuniziert?
Dotzler: Kommuniziert wurde eigentlich relativ wenig. Oft hat man erst am Spieltag erfahren, dass man nicht im Kader ist. Wenn man sich intensiv vorbereitet, ist es natürlich nicht schön, wenn man kurz davor diese Nachricht erhält.

Haben Sie inzwischen eine Erklärung dafür, warum Sie so wenig gespielt haben?
Dotzler: Eine richtige Erklärung habe ich nicht erhalten. Letztlich wurde einfach auf andere Spieler gesetzt. So ist das manchmal einfach im Sport. Dass die Situation für den Betroffenen nicht schön ist, das ist klar. Aber ich bin froh, dass die Situation für mich mit dem Wechsel nach Iserlohn nun gut zu Ende gegangen ist.

Dotzler: "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt"

Hätten Sie sich nach rund sechseinhalb Jahren im Verein dennoch einen anderen Abschied von den Tigers gewünscht?
Dotzler: Grundsätzlich schon. Wir hatten in den gemeinsamen Jahren mit dem Halbfinale und zwei Viertelfinals ja doch viel Erfolg und eine tolle Zeit. Ich war nicht nur ein Straubinger Spieler, sondern bin auch privat in Straubing heimisch geworden. Deshalb bin ich dem Verein und den Fans auch dankbar für die Zeit und dass ich so gut aufgenommen wurde. Das ist als Regensburger ja nicht selbstverständlich (lacht). Letztlich hätte ich mir meinen Abschied von den Tigers sicherlich anders ausgemalt. Aber wie heißt ein Sprichwort: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Mit Ihrer Freundin betreiben Sie in Straubing das Cafe im Park und das Restaurant Sommerkeller. Gab es Überlegungen, sportlich einen Schritt zurück zu machen und sich mehr darauf zu fokussieren. Mit Deggendorf in der DEL2 oder Ihrem Heimatclub Regensburg in der Oberliga hätte es ja durchaus interessante Adressen gegeben.
Dotzler: Diese Überlegung gab es definitiv. Aber ganz ehrlich: Dafür ist mein Ehrgeiz noch zu groß. Als Sportler will man das Maximum erreichen. Solange ich die Kraft, Fitness und auch die mentale Stärke dafür habe, möchte ich auf dem höchstmöglichen Niveau spielen. Die Überlegungen gab es, aber das wäre für mich ein bisschen zu früh gewesen.

Wie läuft es für Sie nun in Iserlohn?
Dotzler: Ich wurde hier super aufgenommen. Die Mannschaft hat zu Beginn meiner Zeit eine schwere Phase durchgemacht. Die Mannschaft war dezimiert, oft haben wir nur mit drei Reihen gespielt. Dennoch haben wir gute Leistungen gezeigt, oft aber ganz knapp verloren. Jetzt haben wir wieder die Chance auf die Pre-Playoff-Plätze und die wollen wir nutzen. Darüber hinaus gibt es bei den Roosters tolle Bedingungen. Wir haben tolle Kabinen, einen Fitnessraum und eine Sauna. Es fehlt an nichts und der Verein ist sehr professionell aufgestellt.

Können Sie sich entsprechend vorstellen, über die Saison hinaus in Iserlohn zu bleiben?
Dotzler: Vorstellen kann ich mir das natürlich und die Gespräche laufen auch schon im Hintergrund. Aber zuletzt lag der Fokus ganz klar auf dem sportlichen Tagesgeschäft. Grundsätzlich sieht es aber ganz gut aus.

Rückkehr nach Regensburg? "Würde gerne etwas zurückgeben"

Seit Jahren wird auch über eine Rückkehr von Ihnen am Ende der Karriere nach Regensburg spekuliert. Vorstellbar?
Dotzler: Das stimmt, das ist schon etwas länger ein Thema, mit dem ich immer wieder konfrontiert werde (lacht). Wenn ich einmal nicht mehr in der DEL spiele und einen Schritt zurück gehe, dann kann ich mir das sehr gut vorstellen. Ich würde dem Verein, in dem ich groß geworden bin, sehr gerne am Ende meiner Laufbahn etwas zurückgeben.

Zunächst steht aber das Tagesgeschäft im Fokus. Am Freitag sind Sie mit den Roosters zu Gast in Straubing. Etwas Besonderes für Sie?
Dotzler: Klar. Wenn man gegen seine ehemaligen Teamkollegen – wobei das schwer ist zu sagen, wenn man vor zwei Monaten noch in einer Mannschaft war – spielt, dann freut man sich darauf. Ich freue mich, die Jungs wieder zu sehen. Dazu kenne ich in Straubing natürlich viele Leute, die ich wiedersehen werde.

Aber von Gastgeschenken Ihrerseits dürfen die Tigers wohl dennoch nicht ausgehen?
Dotzler: Nein, auf keinen Fall (lacht). Ich komme nach Straubing, um die drei Punkte zu holen. Für uns wären es sehr wichtige Punkte. Und ich will auch nicht verhehlen, dass es durchaus einen Reiz hat, gegen den Ex-Verein zu gewinnen.

Im Gegensatz zu Ihrer Mannschaft, haben die Tigers die Teilnahme an den Pre-Playoffs sicher, könnten sogar noch in die Top sechs vorstoßen. Was trauen Sie ihnen noch zu in dieser Saison?
Dotzler: Sie spielen gutes Eishockey und sind ein schnelles Team. Es wird interessant, wenn es dann in die Playoffs geht – denn da werden die Karten bekanntlich neu gemischt. Da kommt es auch darauf an, welches Team gerade einen Lauf hat, mit einem schlechten Spiel kann man auch schnell mit dem Rücken zur Wand stehen. Aber Straubing hat eine gute Mannschaft und es ist für sie, wenn sie von Verletzungen verschont bleiben, einiges möglich.

 
 

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