Royal Cheer Force des TVG Saltos, Pyramiden und Sprünge

 Foto: Milena Gassner

Deutlich mehr als nur Anfeuern und Pompons schütteln, haben die Jungs und Mädels des Royal Cheer Force Cheerleading (RCF) des Turnverein Geisenhausen (TVG) auf dem Kasten: Mehrstöckige Pyramiden, verschiedene Sprünge und meterhohe Würfe gehören zum Programm der Cheerleader.

"Viele verwechseln das Cheerleading mit den typisch amerikanischen Filmen, wo Cheerleader nur am Rand stehen, Pompons schütteln und Football-Teams anfeuern", sagt Abteilungsleiterin Stefanie Wiese. "Das Anfeuern gehört natürlich dazu, ist aber nicht unser Hauptziel. Cheerleading ist ein vielseitiger Sport mit vielen verschiedenen Elementen." Bei den Football-Spielen der Black Knights Landshut und bei Volleyball-Spielen der Roten Raben Vilsbiburg haben die Geisenhausener Cheerleader schon angefeuert. In diesem Jahr sorgten sie auch beim Stadtlauf in Straubing und bei "Landshut läuft" für die Motivation der Läufer.

Die Teams der RCF trainieren gezielt für die süddeutsche Meisterschaft. Ein Mal im Jahr treten alle Teams in den verschiedenen Kategorien bei der Meisterschaft an. Dort muss ein Programm mit bestimmten Anforderungen gezeigt werden. In diesem Jahr holten die "Seniors" in ihrer Kategorie den ersten Platz und qualifizierten sich damit zum ersten Mal seit ihrem Bestehen für die deutsche Cheerleading-Meisterschaft. In ganz Deutschland liegt die Mannschaft aus Geisenhausen mit ihrer Leistung laut Ranking derzeit auf Platz zwei. "Bei der Meisterschaft in Aschaffenburg wollen wir unsere Punktebewertung beibehalten und versuchen, sie zu steigern", so Wiese.

Bei den Meisterschaften gibt es bestimmte Elemente, die das Programm der Cheerleader enthalten muss: "Tumbling", Stunts (Hebefiguren), Sprünge und Tanz. Auch der "Cheer", also der Anfeuerungsruf mit Megafon, Schildern und Pompons, gehört zum Pflichtprogramm. Beim "Tumbling" wird Bodenturnen gemacht, wie etwa Flick-Flack, Radwende und Salto. Bei den Stunts gibt es wiederum verschiedene Elemente. Die Tänzerinnen bilden zum Beispiel mehrstöckige Pyramiden. "Baskets" sind Würfe, bei denen eine Tänzerin hochgeworfen wird und sich in der Luft um ihre eigene Achse dreht.

Gebrochene Nasen und gezerrte Bänder kommen vor

Das Ganze klingt nicht ganz ungefährlich - ist es auch nicht, bestätigt Wiese. "Es passiert schnell, dass man sich etwas verstaucht oder ein Band zerrt oder reißt. Daher ist das Aufwärmen sehr wichtig. Gebrochene Nasen und andere Brüche - da haben wir alles schon dabei gehabt. Innerhalb der Teams ist Zusammenhalt sehr wichtig." Damit Verletzungen vermieden werden, ist das Aufwärmen vor dem Training wichtig. Dabei werden vor allem die Dehnbarkeit und die Beweglichkeit der Tänzerinnen trainiert.

In der Umgebung sind die Gruppen der RCF das einzige Cheerleading-Team. Beim TVG trainieren aktuell mehr als 100 Tänzer und Tänzerinnen in fünf verschiedenen Gruppen. "Die Abteilung wächst ständig", so Wiese. Bei manchen Teams gebe es sogar Wartelisten. "Bei den Kleinen ist die Nachfrage besonders groß." Doch über neue Mitglieder freuen sich die Cheerleader jederzeit. "Besonders über Jungs. Die können wir bei den Partner-Stunts sehr gut gebrauchen."

Das jüngste Team der RCF sind die "Minis". Kinder ab fünf Jahren lernen die Grundlagen des Cheerleading kennen und werden spielerisch an den Sport herangeführt. Kleine Hebefiguren werden ebenfalls probiert. Die "Tinies" der RCF sind sieben bis elf Jahre alt. Sie haben in diesem Jahr zum ersten Mal an einer Meisterschaft teilgenommen. Die Tänzer und Tänzerinnen der "Pewees" sind sechs bis elf Jahre alt und haben schon an mehreren Meisterschaften teilgenommen. Während die jüngeren Gruppen eher Freizeit-Mannschaften sind, trainieren die älteren intensiver für Meisterschaften: Die "Juniors" sind 12 bis 15 Jahre alt. Das älteste Team sind die "Seniors". Die Tänzer sind 16 Jahre alt und älter.

Trainiert werden die Teams von 17 ehrenamtlichen Trainern. Einige Trainer sind speziell für das "Tumbling" zuständig. Seit elf Jahren gibt es die Sparte Cheerleading beim TVG bereits. Gründerin Manuela Graf war 2008 für ein Austauschjahr in Amerika. "Dort lernte sie den Sport an der Highschool kennen und dachte sich: Das muss es in Geisenhausen auch geben", erinnert sich Stefanie Wiese, die ebenfalls Gründungsmitglied ist.

 

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