Wenn Dietmar Bartsch erklären will, warum seine Linkspartei Teil der nächsten Regierung sein soll, erzählt der Spitzenkandidat eine Geschichte über Uli Hoeneß. Der Ehrenpräsident des FC Bayern und Wurstfabrikant hat gewohnt meinungsstark seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Linke aus dem Bundestag fliegt. "Dann müssten wir uns so einen Schmarrn nicht mehr anhören", polterte Hoeneß neulich und meinte damit die Vermögensteuer. Die Linke will diese Steuer für Reiche und Unternehmer, SPD und Grüne auch.

Für Bartsch ist es aber ganz bezeichnend, dass Hoeneß nur gegen seine Partei schießt. Denn der Fußballpräsident, der es mit den Steuern nicht so genau nahm, wisse nur zu gut, dass SPD und Grüne bei der Vermögensteuer nicht Ernst machen würden. "Wir werden deutlich herausstellen, dass es nur mit uns zu einem wirklichen Wechsel kommt", sagt Bartsch. "Das ist das Argument auf unserer Seite."