Roding 1175 Kistenweise Familien- und Heimatgeschichte

Die Zeit der großformatigen Einzelnegative ist längst vorbei. In den abgegriffenen Büchern sind die Kunden gelistet. Foto: Heigl

In 70 Jahren sammelt sich einiges an, vor allem dann, wenn die Fotografen bei zahlreichen Anlässen, von Hochzeiten bis Festen, mit ihrer Kamera dokumentieren. Dazu kommen jede Menge Portraits und Familienaufnahmen. Kein Wunder, dass das Archiv des Fotostudios Koch Schachteln und Schränke, Kisten und Regale füllt.

70 Jahre besteht das Rodinger Fotogeschäft Koch heuer. Zum Jahreswechsel 1996/1997 übernahm Tochter Elke das Geschäft ihrer Eltern Helmut und Rosa.

Rasante Entwicklung

Elke Schwarzfischer, die im Mai 1995 ihre Meisterprüfung ablegte, hat seit der Übernahme eine rasante Entwicklung mitgemacht: die von der analogen zur digitalen Fotografie. Es braucht keine Dunkelkammern und Labore mehr, keine Chemie, jetzt reicht ein Computer. Aktuell erweitert die Inhaberin ihr Atelier in der Dr.-Held-Straße, gestaltet zudem ihren Laden um. Eingeschlossen in die Maßnahme ist auch eine Fotostation, an welcher sich die Kunden künftig selbst Abzüge anfertigen können. Zurück zum Archiv:

Im Durchschnitt alle zwei Wochen einmal kommt ein Kunde und möchte ein Bild "von damals". In chronologisch wie alphabetisch geführten und von Hand geschrieben Büchern sind die Aufträge aufgelistet und anhand der Nummern findet sich das gewünschte Negativ im ersten Stock relativ schnell.

Reproduktion problemlos

Eine Reproduktion ist problemlos und von der Qualität her ausgezeichnet. Denn die Negative in den Größen 6 mal 9, 9 mal 12, 10 mal 15 und 13 mal 18 Zentimeter, in Schwarz-Weiß und in Farbe, auf Glasplatten und später auf Zelluloid, haben sich über die Jahrzehnte gut erhalten. Da machen Temperaturschwankungen nichts aus.

"Früher haben wir vom Nachbestell-Geschäft gelebt", blickt Elke Koch zurück. Doch die rasante Entwicklung ging in eine andere Richtung. Auch Fotoapparate und Kameras werden bei Koch nicht mehr verkauft, denn die Geräte für Digitalfotografie werden in immer kürzeren Frequenzen von Neuentwicklungen abgelöst. Elke Schwarzfischer selbst erwarb 1995 noch eine Linhof-Großbildkamera. Doch spätestens 2 000 war die Umstellung auf Digital vollzogen.

Heute Festplatten und CDs

Das Archiv heute besteht demzufolge aus CDs und Festplatten, wobei auch klar sei, so die Meisterin, dass sich Negative länger halten als digitale Dateien.

Sicher braucht das Archiv für digitale Bilder heute weitaus weniger Platz und kann billiger geführt werden. Doch auch die Kosten für Speicherkapazitäten, spezielle Drucker und Tinten sowie Papiere mit verschiedensten Oberflächen im Anhang der digitalen Fotografie schlagen durchaus spürbar zu Buche.

Zurückdrehen lässt sich das Rad der Zeit nicht mehr. Oder doch? - Zumindest mit einem Abzug eines Familienbildes oder Portraits von damals, als noch Zelluloid den Markt bestimmte.

 

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