Rentner bestohlen

Polizeisprecher veröffentlicht emotionalen Brief an Dieb


In Witten in Nordrhein-Westfalen hat ein Unbekannter einen gehbehinderten Senior überfallen. Die Polizei schrieb daraufhin einen Brief an den Unbekannten (Symbolbild).

In Witten in Nordrhein-Westfalen hat ein Unbekannter einen gehbehinderten Senior überfallen. Die Polizei schrieb daraufhin einen Brief an den Unbekannten (Symbolbild).

"Hinter jeder Tat steckt ein Opfer": Ein Polizeisprecher aus Bochum hat das Schicksal eines bestohlenen Rentners so berührt, dass er sich mit einem öffentlichen Brief an den Täter wandte und ihn aufforderte, das Geld zurückzugeben. Auf Facebook löste dieses Schreiben eine Welle an Hilfsbereitschaft aus - unser Netzfundstück der Woche.

Normalerweise sind Polizisten nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Doch die Dreistigkeit eines Diebes hat Volker Schütte Anfang Dezember dazu gebracht, richtig emotional zu werden. Dieser hatte am 2. Dezember einen gehbehinderten alten Mann in Witten bei Bochum ausgeraubt, der mit dem Rollator von der Bank auf dem Weg nach Hause war. Mit einem Brief wandte Schütte sich auf Facebook direkt an den Täter.

"Hallo du kleiner mieser Dieb, deine Tat, die wir heute auf ungewöhnliche Art und Weise und mit deutlichen Worten an die Presse weiterleiten, dreht einem den Magen um." Mit diesen Worten beginnt der Polizeisprecher seinen Brief an den Dieb. Der 90 Jahre alte Mann, der von dem Unbekannten bestohlen wurde, war an besagtem Tag erst in der Sparkasse und machte dann einige Besorgungen in einer Apotheke. Auf dem Heimweg sprach ihn ein Mann an, der eine Straßenkarte dabei hatte, damit herumfuchtelte und nach dem Weg zum Krankenhaus fragte.

Dann verschwand der Mann plötzlich - und mit ihm die über 1.000 Euro, die der 90-Jährige zuvor abgehoben hatte. "Weißt du eigentlich, wie traurig der Senior war, als er den Diebstahl seiner Rente bemerkt hat? Weißt du, dass dir sogar die 'Ganovenehre' fehlt? Weißt du eigentlich, was du da gemacht hast und was das gerade in der Weihnachtszeit bedeutet? Du solltest Dich schämen", heißt es in dem emotionalen Schreiben weiter.

Viele Spendenanfragen und Hilfsangebote

Auf Facebook schlug der Brief von Volker Schütte seitdem hohe Wellen. Über 2.000 Mal reagierten die Nutzer auf den Beitrag, über 3.000 teilten ihn sogar auf ihrer Seite. Hunderte Menschen berührte der Aufruf so sehr, dass sie sich bei der Polizei meldeten, weil sie den Rentner finanziell unterstützen wollen. Eine Geste, die die Polizeibeamten in Bochum gerade in der Weihnachtszeit sehr berührt.

Der Rentner habe jedoch inzwischen der Polizei mitgeteilt, dass er die Spenden nicht annehmen möchte. Diesen Wunsch will die Polizei berücksichtigen und dankt in einem weiteren Post allen Anrufern und Kommentatoren für ihr Engagement: "Miteinander und Füreinander! Es ist schön, dass es solche Werte noch gibt - nicht nur zur Weihnachtszeit."