Relegation 2017 Für das 1860-Duell: Torlinientechnik in der Continental Arena installiert

Im Relegations-Hinspiel in der Continental-Arena kommt die Torlinientechnologie zum Einsatz. Foto: dpa/idowa

Für die Relegationsspiele zwischen Jahn Regensburg und 1860 München wurde in der Continental Arena extra die Torlinientechnologie installiert.

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das gilt auch für die Relegationsspiele zur 2. Bundesliga zwischen Jahn Regensburg und 1860 München. Weil es um sehr viel geht und es am Ende möglichst gerecht sein soll, kommt in den Entscheidungsspielen die Torlinientechnik zum Einsatz. Für die "Löwen" kein Problem. In der Allianz Arena, dem Bundesliga- und Champions-League-Stadion des FC Bayern, ist die Technologie natürlich längst installiert. Anders in der Regensburger Continental Arena. Da musste kurzfristig reagiert und das System eingebaut werden.

Verwendet werden die Kameras von Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt, wie Michael Novak, Leiter PR National bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL), gegenüber idowa erklärt. Weil in der 2. Liga die Torlinientechnik nicht angewendet wird, braucht der FCI die Technologie vorerst nicht mehr. Nach dem letzten Bundesliga-Spieltag wurden die Kameras abgebaut und anschließend in der Continental Arena aufgebaut. Am Donnerstag wird die Technologie zertifiziert und auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Nach dem Relegationsspiel in Regensburg wandern die Kameras wahrscheinlich weiter zu einem der Bundesliga-Aufsteiger, aufgrund der lokalen Nähe vermutlich nach Stuttgart.

Welche Kosten dadurch entstehen und wer die Kosten trägt, darüber macht die DFL laut Novak grundsätzlich keine Angaben. "Das ist Teil eines Gesamtvertrages", sagt Novak. In diesem wurde von der DFL-Mitgliederversammlung zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund, der für die 3. Liga zuständig ist, vereinbart, dass ab der Saison 2015/16 in der Bundesliga und in den Relegationsspielen die Technologie zum Einsatz kommt. "Das sind sehr wichtige Spiele und da soll am Ende nicht ein zweifelhaftes Tor, das der Schiedsrichter nicht richtig beurteilen konnte, über Auf- und Abstieg entscheiden", erläutert Novak.

Tor oder kein Tor? Alles Wichtige rund um die Torlinientechnologie

Wie funktioniert eigentlich das System des FIFA-lizenzierten Anbieters Hawk-Eye, einem britischen Tochterunternehmen von Sony, das es in der Bundesliga seit Beginn der Saison 2015/16 gibt?

Möglich wird die Überprüfung durch das computergestützte, vollautomatische System von Hawk-Eye, dem Auge des Falken. Dem deutschen TV-Publikum war es schon früher vor allem durch Tennisübertragungen bekannt. Jeweils 14 Kameras sind in den Stadien installiert: pro Tor sechs Messkameras, angebracht vornehmlich an Dachkonstruktionen, am Catwalk oder an Flutlichthalterungen, sowie eine Hochgeschwindigkeitskamera auf Höhe der Torauslinie für die Replay-Aufnahmen. Die Bilder aller Kameras werden von der Software analysiert, um den Ball innerhalb des Bildes zu finden und Regionen abzustecken, in denen definitiv kein Ball ist. Die Verkabelung verläuft zum TV-Compound, wo an Spieltagen ein Van mit der kompletten Computertechnologie steht.

Ab 30 Zentimeter Abstand des Balls zur Torlinie greift die Technik: Die Software errechnet anhand eines XYZ-Koordinatensystems die exakte Position des Balles – auch für den Fall, dass der Ball von einer Kamera nur unvollständig zu sehen ist, zudem gewährleistet auch bei schlechter Sicht, etwa durch widrige Witterungsbedingungen oder bei eventueller Verschmutzung des Balles.

In null Komma nichts ist klar, ob der Ball – für den Schiedsrichter womöglich nicht zu erkennen – die Torlinie überschritten hat. Oder auch nicht! Nur im Falle eines Tores erhält der Schiedsrichter durch das Vibrieren einer speziellen Uhr an seinem Handgelenk ein entsprechendes Zeichen. Dieses Signal geht dem Unparteiischen in weniger als einer Sekunde zu. Ebenfalls in kürzester Zeit erreichen zudem Replay-Versionen die Fernseh- und die Stadionregie, damit die Zuschauer via TV und über die Videowände in den Stadien umgehend Aufklärung erhalten. Wobei in der Wiederholung der Szene jeweils die Sequenz herausgefiltert ist, in der sich der Ball am weitesten im Tor befindet.

Jeder Van am Stadion ist mit zwei Operatoren besetzt. Sie müssen ihrerseits in besonderen Ausnahmesituationen schnell reagieren: Dem System zum Beispiel vermitteln, welcher der Spielball ist, wenn sich zufällig ein zweiter Ball auf dem Platz befindet. Auch von solchen Unwägbarkeiten will sich Hawk-Eye nicht überlisten lassen, wenn die Frage lautet: Tor oder kein Tor?

Für den Schiedsrichter ist die Torlinientechnologie zweifellos eine Unterstützung wie der Video-Assistent, der ab der kommenden Saison bei allen Bundesliga-Spielen zum Einsatz kommen soll. Die Torlinientechnologie hilft ebenfalls dabei, strittige Entscheidungen zu klären und aufzulösen. Das Regelwerk bleibt dabei aber unangetastet. Die Entscheidungen trifft am Ende immer die Schiedsrichter.

 
 

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