Relegation 2017 Der Jahn steigt auf und 1860 ab – die Stimmen

Aufstieg! Ausgelassener Jubel bei den Spielern von Jahn Regensburg. Foto: Sascha Janne

Es ist geschafft! Jahn Regensburg ist über die Relegation in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Dem 1:1 in Regensburg ließ die Herrlich-Elf am Dienstag vor über 60.000 Zuschauern in der Allianz Arena einen 2:0-Sieg folgen und stürzte die "Löwen" damit in die 3. Liga. Die Stimmen zum Spiel:

"Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich", sagte Jahn-Trainer Heiko Herrlich. "Es freut mich einfach für die Mannschaft und die Fans, dass sie jetzt feiern dürfen." Über die beiden Spiele sei der Jahn auch verdient aufgestiegen, so die Einschätzung des 45-Jährigen. "Es erfüllt mich mit Dankbarkeit und Demut, dass ich Teil von Jahn Regensburg sein darf", sagte Herrlich gewohnt bescheiden.

In seiner Spielanalyse legte Herrlich den Fokus einmal mehr auf die mannschaftliche Geschlossenheit. Seine Mannschaft habe zwar etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, habe dann aber "frech und mutig nach vorne gespielt".

Am Dienstag feiern, am Mittwoch ausruhen und am Donnerstag um 8 Uhr im Büro sein, um mit Sportchef Christian Keller die 2. Liga vorzubereiten – so umschrieb Herrlich seinen Fahrplan für die nächsten Tage. Gleichzeitig fühlte Herrlich aber auch mit dem Gegner mit. "Ich bin ja nicht nur Fußballtrainer, sondern auch Fußballfan. 1860 ist ein toller Verein mit tollen Fans. Es tut im Herzen weh, was hier passiert."

Marc Lais, der Torschütze zum 2:0, sagte nach der Partie: "Es ist unbeschreiblich, was hier abgeht." Es sei "Wahnsinn, was wir in dieser Saison geleistet haben." Zum Feiern gehe es für die Mannschaft nun zunächst nach Regensburg und dann gemeinsam nach Mallorca. "Da wird Malle gerockt", so Lais euphorisch. Der Mittelfeldspieler hat die Reise "gemanagt". Er selbst wollte sich aufgrund seiner wichtigen Tore in beidne Relegationsspielen aber nicht hervorheben: "Alle in der Mannschaft können sich als Helden fühlen."

"Noch nicht ganz fassen" konnte das Geschehene Stürmer Jann George nach der Partie. "Vor zwei Jahren hätte niemand damit gerechnet und jetzt sind wir völlig verdient aufgestiegen." Er wusste noch nicht, was bezüglich der Feierlichkeiten geplant war, mutmaßte aber wohl nicht zu Unrecht: "Es wird schon ein bisschen Alkohol fließen."

Als Erklärung für den Aufstieg sagte George: "Wir sind ein Super-Team, in dem jeder für den anderen läuft. Wir haben viele in der Mannschaft, die die absolute Gier haben, Spiele zu gewinnen." Der verletzte Stürmer Markus Ziereis warnte: "Wir brennen heute Regensburg ab."

Lesen Sie hier: Jahn Regensburg schießt die "Löwen" in die 3. Liga

"Es ist einfach der Wahnsinn, was die Mannschaft geleistet hat", sagte Flügelflitzer Erik Thommy. Die Mannschaft sei "in jedem Spiel als Gemeinschaft aufgetreten." Vor dem Spiel habe sich die Mannschaft gesagt: "Jungs, lasst uns rausgehen und die Sensation perfekt machen." Gesagt, getan. "Wir haben uns für die Super-Saison belohnt", so Thommy. Er selbst brauche jetzt erst einmal Urlaub. Ob die Leihgabe vom FC Augsburg mit dem Jahn in die 2. Liga gehen oder wieder zum Bundesligisten zurückkehren wird, dazu konnte er am Dienstag noch nichts sagen.

"Überglücklich" über den Aufstieg war Mittelfeldspieler Kolja Pusch, der den Jahn mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Seine Begründung für den Erfolg: "Wir haben einfach den besseren Fußball gespielt im Vergleich zu 1860." Die Mannschaft habe immer hart gearbeitet und deshalb stufte er den Aufstieg als "hochverdient" ein. Pusch selbst hat noch keinen Vertrag für die kommende Saison unterschrieben. Er fühle sich in Regensburg aber "super wohl" und werde sich zeitnah mit Sportchef Christian Keller zusammensetzen. Mit Blick auf die kommende Saison sagte er jedoch vielsagend: "Wir freuen uns auf die zweite Liga."

Alles andere als gut war verständlicherweise die Stimmungslage bei den "Löwen", die den bitteren Gang in die 3. Liga antreten müssen. Trainer Vitor Pereira: "Glückwunsch an den Jahn und Heiko Herrlich. Sie waren in zwei Spielen die bessere Mannschaft und haben den Aufstieg verdient." Er übernahm die Verantwortung, wenngleich er sagte: "Wir sind nicht in den beiden Spielen abgestiegen. Es ist ein sehr trauriger Moment für mich, den Verein und die Fans. Es tut mir leid für die Fans, sie waren die besten Fans, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe." Die Niederlage sei nicht einfach zu verdauen: "Es ist ein großer Schmerz, dass dieses Projekt gescheitert ist."

Info: Am Mittwochabend ab 19 Uhr findet die offzielle Aufstiegsfeier auf dem Regensburger Haidplatz statt.

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