Lateinamerika Vorwurf der Rebellion: Perus abgesetzter Präsident in U-Haft

Perus gestürzter Präsident Pedro Castillo wird auf das Polizeirevier in Lima eskortiert. Foto: Renato Pajuelo/AP/dpa

Die Justiz wirft ihm Rebellion und Verschwörung vor: Um mögliche Komplizen zu ermitteln und eine Flucht zu verhindern, muss der peruanische Ex-Präsident Castillo in Untersuchungshaft. Er soll noch versucht haben, in der mexikanischen Botschaft Zuflucht zu suchen.

Der vom Parlament abgesetzte peruanische Präsident Pedro Castillo ist von der Justiz des Landes in Untersuchungshaft genommen worden. Die U-Haft gelte zunächst bis Dienstag, teilte der Oberste Gerichtshof nach einer Anhörung in Anwesenheit Castillos gestern via Twitter mit. Demnach wird gegen den entmachteten Staatschef wegen des Verdachts auf Rebellion und Verschwörung ermittelt.

Castillo antworte auf Fragen bei der Anhörung nur knapp mit Ja oder Nein. Sein Anwalt, der frühere Justizminister und Kabinettschef Aníbal Torres, argumentierte, Castillo sei willkürlich aus dem Präsidentenamt gedrängt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Lima wies der peruanischen Zeitung "El Comercio" zufolge eine Haftprüfungsklage ab.

Die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes hält Castillo einen Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung vor. Staatsanwalt Marco Huamán argumentierte in der Anhörung, die U-Haft sei notwendig um zu ermitteln, wer noch an der mutmaßlichen Rebellion teilgenommen habe, und um eine Flucht Castillos in ein anderes Land zu verhindern.

Kabinett und Opposition witterten Staatsstreich

Mit der Auflösung des Kongresses wollte der linke Politiker einem Misstrauensvotum im Parlament zuvorkommen - doch sowohl sein eigenes Kabinett als auch die Opposition witterten einen Staatsstreich und ließen das Manöver des früheren Dorfschullehrers ins Leere laufen. Stattdessen wurde er am Mittwoch des Amtes enthoben und festgenommen. An seiner Stelle wurde die bisherige Vizepräsidentin Dina Boluarte als erste Staatschefin des südamerikanischen Landes vereidigt.

Castillo habe noch vergeblich versucht, in der mexikanischen Botschaft Zuflucht zu suchen, sagte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador tags darauf. Mexikos Regierung zeigte sich offen, dem abgesetzten Präsidenten Asyl zu gewähren. Außenminister Marcelo Ebrard gab bekannt, dass Castillo den formellen Asylantrag bei der mexikanischen Botschaft gestellt und "Konsultationen mit den peruanischen Behörden" aufgenommen habe.

Castillo sitzt laut Medienberichten nun im gleichen Gefängnis wie Perus früherer Präsident Alberto Fujimori, der 1992 mit einem Putsch die Kontrolle über das Land übernommen hatte.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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