Regensburg Wolbergs-Prozess dreht sich weiter um die Sparkasse

Im Prozess um die Regensburger Parteispendenaffäre sagen am Montag weitere Sparkassenvertreter aus. Foto: dpa

Im Prozess um die Regensburger Parteispendenaffäre sagen am Montag weitere Sparkassenvertreter aus. Darunter sind auch zwei der drei Vorstände, die 2016 bei der Kreditausreichung an den wegen Vorteilsgewährung angeklagten Bauträger Volker Tretzel im Amt waren.

Tretzel war zu der Zeit Mitglied des Sparkassenverwaltungsrats, er erhielt deshalb einen sogenannten Organkredit. Da Tretzel die 4,5 Millionen Euro schnell brauchte, fasste die Sparkasse einen Eilbeschluss. Unterschrieben wurde dieser von den Spitzen des Verwaltungsrates, Landrätin Tanja Schweiger und Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD). "Da ist uns ein Fehler unterlaufen", gestand einer der drei Vorstände am Dienstag ein. Ein Personenorgankredit in dieser Höhe hätte vom Kreditausschuss (KPA) bestätigt werden müssen. Die Sparkasse heilte den Formfehler erst nachträglich mit einem zweiten Beschluss im KPA. Ansonsten sei der Kredit aber absolut beanstandungsfrei abgwickelt worden, erklärte der Vorstand. Der Zins für den Kredit lag bei 0,6 Prozent, dazu kamen 0,5 Prozent Bearbeitungsgebühr. Beides sei marktüblich und bezahlt worden. Den Kredit habe Tretzel anstandslos zurückgeführt.

Eine klare Absage erteilte der Vorstand der Theorie der Staatsanwaltschaft. Die Anklage vermutet hinter der Kreditausreichung den Einfluss Wolbergs'. Im Gegenzug für Parteispenden soll er dafür gesorgt haben, dass Tretzel den billigen Zins und den Kredit ohne Sicherheiten bekam. "Das ist in keinster Weise der Fall", sagte der Mann. "Herr Wolbergs konnte hier im Vorfeld überhaupt nicht eingreifen. Die Konditionen waren weit im Vorfeld fixiert." Man habe auf Sicherheiten verzichtet, um Aufwand zu sparen. "Die Bonität von Herrn Tretzel war ja überhaupt keine Frage." Man habe davor schon seit Längerem versucht Tretzel für ein Kreditengagement zu gewinnen.

Auch an der Berufung Tretzels in den Verwaltungsrat - auf Vorschlag von Wolbergs - habe es keine Zweifel gegeben. "Herr Tretzel ist ein interessanter Kunde, aber auch ein wichtiger Marktteilnehmer. Der Vorschlag hätte auch von uns kommen können", erklärte der Vorstand.

 

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