Regensburg Tierheim wegen Lebendfallen in der Kritik

Lebendfallen sollen helfen, verwilderte und kranke Katzen einzufangen, die sich nicht anders ködern lassen. Sie sind jedoch nicht unumstritten. In Regensburg ist nun eine hitzige Diskussion um das Vorgehen des Tierheims entbrannt. Foto: Symbolbild/Carsten Rehder/dpa

Ein Aufruf des Tierschutzvereins Regensburg sorgt momentan im Netz für viel Kritik. Dort heißt es, das Tierheim verleihe kostenlos Lebendfallen für Katzen. Viele Halter sind empört. Das Tierheim Regensburg spricht von einem Missverständnis. 

In dem fraglichen Aufruf heißt es, das Tierheim stelle bei Bedarf "kostenlos auf Leihbasis sogenannte Lebendfallen zur Verfügung". Nicht wenige Internet-Nutzer verstehen das als Aufforderung zum Einfangen von Katzen. "Sind die noch ganz sauber?", "Für mich klingt das so, als könnte jeder Katzenhasser und militante Vogelschützer mit dem Gerät auf eigene Faust auf die Jagd gehen?" und "Auf so eine blöde Idee, die Leute zum Katzenfangen aufzurufen, kann ja nur der Tierschutzverein kommen": Das sind nur einige der Kommentare, die momentan durchs Netz gehen. Tatsächlich sei der Aufruf wohl falsch rübergekommen, räumt Andrea Aumeier, dritte Vorsitzende des Tierheims Regensburg, ein. "Der Aufruf war unglücklich formuliert, das ist leider schief gegangen", berichtet sie im Gespräch mit idowa

Fallen Ja - aber nur für verwilderte Tiere

Was ist nun also dran an den Lebendfallen? Es stimmt, dass das Tierheim derlei Fallen verleiht - gefangen werden sollen damit aber nur verwilderte und kranke Katzen, die sich nicht anderweitig ködern lassen. Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund: "Wir haben hier ein ganz großes Problem mit unkontrollierter Vermehrung von verwilderten Katzen", berichtet Aumeier. Deswegen können Menschen, die in ihrer Umgebung öfter streunende Katzen feststellen, sich an das Tierheim wenden. Ein Mitarbeiter stellt dann in der Nähe eine solche Lebenfalle auf.

Wird eine Katze darin gefangen, wird sie überprüft. Ist sie gechippt, wird sie sofort wieder freigelassen. Ist sie dagegen weder gechippt noch kastriert, wird sie von den Tierschützern in Obhut genommen und ins Tierheim gebracht. Meldet sich dann innerhalb von drei Wochen kein Besitzer, wird das Tier kastriert.

"Freilaufende Katzen darf man kastrieren", betont Aumeier. In Bayern gibt es keine Kastrationspflicht, weswegen sich viele "Streuner" unkontrolliert vermehren können. Eine verwilderte und nicht kastrierte Katze kann laut Aumeier zwei bis drei Mal pro Jahr werfen, jeweils vier bis acht Junge pro Wurf. Das stellt viele Tierheime vor große Herausforderungen - so auch in Regensburg.

Um diesen "Kreislauf" zu durchbrechen, greift das Tierheim mittlerweile zu solchen Maßnahmen. Lebendfallen werden aber nur aufgestellt, wenn gewährleistet werden kann, dass gefangene Tiere durch regelmäßige Kontrollen schnell bemerkt werden. "Die Tiere werden im Normalfall innerhalb von einer Stunde befreit", betont Andrea Aumeier.

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