Die Stadt ist eigentlich nicht der richtige Lebensraum für Störche. Die Standortwahl musste ein Storch in Stadtamhof nun mit seinem Leben bezahlen.

Er wurde wegen der grassierenden Vogelgrippe am Donnerstag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen aus dem Nest entfernt. Es besteht noch Hoffnung, dass der verbliebene Storch mit einem neuen Partner noch einmal neu brütet. Die Zeit dafür würde noch reichen.

Wie haben sich die Stadtamhofer gefreut, als dieses Jahr erstmals seit über 15 Jahren ein Storchenpaar mit dem Nestbau auf dem alten Kamin der Spitalbrauerei begann. "Störche haben schon öfters den alten Kamin als Nistplatz besichtigt, aber noch nie hat ein Storch zu brüten begonnen", sagt Isabell Kaeser, Pressesprecherin des Spitals. Der Nistplatz hat nämlich eine Besonderheit: Eine lange Stange ragt wie der Griff eines Stempels aus dem Kamin. Das hat das Storchenpaar aber nicht gestört, denn sie haben das Nest rundherum gebaut.

Gegen eine Stromleitung geflogen?

Vor drei Tagen wurde nun bereits beobachtet, dass ein Storch einen lahmen Fuß hatte. "Es kann sein, dass der Storch gegen eine Kante am Dach oder wegen der großen Flügelspannweite gegen eine Stromleitung geflogen ist", vermutete Tom Aumer von der Vogelstation Regenstauf. Fließt der Strom durch den Körper eines Storchs, werden die Beine, die nur aus Knochen, Sehnen und Adern bestehen, sofort verbrannt, weil die Ableitung zu klein ist, und der Storch stirbt. Trotzdem schaffte es der verletzte Storch in diesem Fall noch zum Nest hinauf, bevor er starb.

Bis zuletzt hatte man gehofft, dass der verletzte Storch schwächer wird und es nicht mehr bis zum Nest hinauf schafft. Dann hätte er eingefangen werden können. Das war allerdings nicht der Fall. Die Bergung des Tiers aus dem Nest stellte die Beteiligten vor eine Herausforderung. Die Leiter der Feuerwehr konnte nicht abgeknickt werden. Ein Kran in der Nachbarschaft war drei Meter zu kurz.