Regensburg SSV Jahn: Pokal-Frust in Energie umwandeln

Nach dem Pokal-Aus in Saarbrücken soll es für Jan-Marc Schneider (rechts) und den Jahn in der Liga wieder besser laufen. Foto: imago

Nach dem bitteren Aus im DFB-Pokal richtet der SSV Jahn Regensburg den Blick nach vorne. Am Sonntag geht es zur SpVgg Greuther Fürth, wo der gute Liga-Start fortgeführt werden soll.

Nein, weg war die Enttäuschung beim SSV Jahn Regensburg auch am Mittwoch noch nicht, als die Mannschaft in die neue Trainingswoche gestartet ist. Wieder einmal hat es im DFB-Pokal nicht gereicht, durch die 2:3-Niederlage in Saarbrücken war wie schon im Vorjahr nach der ersten Runde Endstation. „Wir sind als Mannschaft natürlich sehr enttäuscht darüber“, sagte Stürmer Jan-Marc Schneider nach der ersten Einheit. „Wir haben kein gutes Auswärtsspiel abgeliefert“, so der Neuzugang vom FC St. Pauli weiter. „Aber dennoch hatten wir mit der Führung in der zweiten Halbzeit die Chance, das Spiel zu gewinnen und weiterzukommen.“

Das sieht auch Trainer Mersad Selimbegovic so: „Wenn wir die 2:1-Führung ein paar Minuten halten können, dann bin ich davon überzeugt, dass wir das Spiel auch gewinnen.“ Es kam aber anders, es folgte die gelb-rote Karte gegen Max Besuschkow, direkt darauf der Ausgleich und in der Nachspielzeit der Knock-out. „Wir haben uns in ein paar Situationen einfach naiv verhalten und das hat der Gegner gnadenlos bestraft“, so die Analyse des Jahn-Coaches.

Auch auf die Stimmung im Team hatte die Niederlage Auswirkungen. „Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen – egal ob ein Testspiel, in der Liga oder im Pokal. Wenn wir nicht gewinnen, dann merkt man das der Mannschaft deutlich an“, sagt Selimbegovic. Die Stimmung sei nach der Niederlage gegen Unterhaching genauso schlecht gewesen wie nun nach dem Pokal-Aus. „Das ist gut. Die Jungs sind nach einer Niederlage heiß darauf, es im nächsten Spiel wieder besser zu machen.“ In den Punkten Einstellung, Wille und Einsatz könne er ohnehin keinem Spieler einen Vorwurf machen. „Das ist wichtig. Es wird nicht immer alles klappen, aber wir müssen immer alles geben.“

Schneider: "Bock auf ein positives Ergebnis"

Die Emotionen nach dem Spiel kann man nun mit Blick auf die Liga-Partie in Fürth am Sonntag vielleicht sogar in positive Energie umwandeln, wenn es nach Jan-Marc Schneider geht: „Im ersten Moment ist man enttäuscht und sauer. Das muss auch so sein. Jetzt versuchen wir, die Köpfe wieder nach oben zu richten. Jeder sollte auch ein Stück weit Frust in sich haben, das kann man in Aggressivität und Laufbereitschaft umwandeln. Jeder hat Bock darauf, nach dieser Niederlage nun wieder ein positives Ergebnis zu erzielen.“

Zumal der Start in die Liga mit vier Punkten aus zwei Spielen gelungen ist. „Da haben wir jeweils eine sehr geschlossene Leistung abgerufen und gezeigt, dass die Mannschaft mit vielen Neuen intakt ist und dass das funktioniert. Daran wollen wir nun anknüpfen“, sagt Schneider.

Mit Fürth trifft der Jahn auf einen Gegner, der ebenfalls aus dem Pokal ausgeschieden ist, mit 0:2 beim Drittligisten MSV Duisburg unterlag. „Mir wäre es lieber gewesen, sie wären weitergekommen“, sagt Selimbegovic mit einem Lachen. „Sie haben gegen einen Drittligisten relativ klar verloren. Dann ist es oft der Fall, dass man nochmal extra motiviert ist und etwas gutmachen will.“

Ohnehin schätzt der Jahn-Coach das Kleeblatt stark ein: „Das erste Spiel gegen Aue dürfen sie eigentlich nicht verlieren und dann auf St. Pauli vor 30.000 Zuschauern zu gewinnen, das ist schon eine Leistung. Sie haben eine gut besetzte Truppe mit vielen erfahrenen Spielern, die schon lange in der 2. Liga spielen.“

Selimbegovic: "Mehrere Spieler sind nah dran"

Außer den verletzungsbedingten Wechseln in der Innenverteidigung im Pokal startete der Jahn in alle bisherigen Pflichtspiele der Saison mit der gleichen Aufstellung. Etwas, das laut Selimbegovic aber nicht so bleiben muss. „Die anderen Spieler sind nah dran. Nicht nur einer oder zwei, sondern mehrere.“ Er wiederholte seine Aussage von vor dem Saisonstart, dass der Kader in der Qualität noch enger zusammengerückt sei. „Da gibt es keine großen Unterschiede, das können wir als großes Plus mitnehmen. Denn die Saison ist lang und jeder wird gebraucht.“

Etwas, das sich zuletzt auch bei der Personalie Marc Lais gezeigt hat. War er in den beiden Ligaspielen nicht einmal im Kader, kam er im Pokal zu seinem ersten Einsatz. „Er ist in den letzten Wochen wieder näher herangerückt“, erklärte der Jahn-Coach, dem ohnehin wichtig ist: „Die Spieler, die jetzt nicht so im Vordergrund stehen, müssen einfach weitermachen und hart arbeiten. Das ist die einzige Möglichkeit, um in die erste Elf zu kommen.“

Dreimal in der Startelf stand bislang auch Jan-Marc Schneider. „Es war mein Ziel, dass ich mich schnell integriere“, sagt der Angreifer. Er wolle nun wieder an seine Leistung gegen den VfL Bochum anknüpfen, als er viele gute Aktionen hatte. Gerade in dieser Partie hätten viele Automatismen schon gegriffen. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns noch mehr Chancen herausspielen und sie noch mehr in Tore ummünzen“, sagt Schneider. Nächste Gelegenheit bietet sich am Sonntag in Fürth. Das wäre auch eine gute Gelegenheit für Schneiders ersten Pflichtspieltreffer im Jahn-Trikot. Damit der Pokal-Frust schnell wieder vergessen ist.

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