Regensburg Sea-Eye-Aktion: Eine Menschenkette der besonderen Art

Die Mal-Aktion "Kreidemännchen" von Sea-Eye in Regensburg soll auf die Lebensrettung vor der Küste Afrikas aufmerksam machen. Foto: em

Mit einer Mal-Aktion hat die Rettungsorganisation Sea-Eye am Samstag in der Regensburger Innenstadt an ihre Arbeit erinnert – und daran, dass im Mittelmeer immer noch Menschen auf der Flucht ertrinken. Die Aktion bildete den Auftakt der diesjährigen Rettungsmissionen.

Unter dem Motto „Paint the Pain“ malten Mitarbeiter von Sea-Eye und freiwillige Helfer ab Mittag 13.248 menschliche Umrisse und rund 8.000 rote Punkte auf das Pflaster der Innenstadt. Jedes der Kreidemännchen symbolisiert eine Person, die die Rettungsorganisation in den vergangenen zwei Jahren gerettet hat. „Wenn man alle Männchen hintereinanderlegen würde, ergäbe das eine Strecke von 22 Kilometern“, sagte Michael Buschheuer, der Gründer von Sea-Eye. „Es ist beeindruckend, zu sehen, was selbst Amateure bei der Rettung ausrichten können.“

Fokus auf die Geretteten

Die roten Punkte – jeder etwa so groß wie ein Kreidemännchen-Kopf – stehen für diejenigen, für die in diesem Zeitraum jede Hilfe zu spät kam. „Wir stellen die Toten nicht auch als Männchen dar, weil wir den Fokus auf die Geretteten legen wollen“, erklärte Buschheuer auf Nachfrage. Die Aktion sei notwendig, sagt eine freiwillige Helferin: „Das Thema Flüchtlinge ist bei uns in den Medien nicht mehr präsent. Es hat sich für uns wieder an die EU-Außengrenzen verlagert.“ Gemalt wurde vom Kolpinghaus aus in verschiedene Richtungen – vor allem in der Fußgängerzone, aber auch in Stadtamhof, am Oberen und Unteren Wöhrd und in der Fürst-Anselm-Allee. Jede der zehn Gruppen war für eine bestimmte Strecke zuständig. Dabei stellten die Maler fest: „Die Menschen sind interessiert.“

 

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