Regensburg Kirchenräume in Trümmern - Täter (33) flieht oben ohne

Fassungslosigkeit unter den Mitglieder der Pfingstgemeinde Regensburg. Dort wütete am Mittwochvormittag ein 33-jähriger Mann. Motiv unklar. Foto: Alexander Auer

Irre Szenen spielten sich am Dienstagvormittag in der Alten Straubinger Straße in Regensburg ab. Ohne erkennbaren Grund drang ein unbekannter Mann in die Räume der Pfingstgemeinde ein und schlug dort alles kurz und klein. 

Überall Trümmer und Scherben, zerstörte Musikinstrumente - den Polizeibeamten bot sich am Dienstag in den Räumen der Pfingstgemeinde ein einziges Bild der Zerstörung. Gegen 10.45 Uhr hatte sich ein 33-jähriger Mann Zutritt ins Gebäudeinnere der Kirchengemeinde in der Alten Straubinger Straße verschafft. Dort schlug er alles kurz und klein. Selbst vor Musikinstrumenten macht er nicht halt. Etwa eine Stunde wütet der Mann in der Kirche, dann flüchtet er - oben ohne!

Weit kommt er allerdings nicht. Etwa zwei Kilometer vom Tatort entfernt, wird er von Polizisten gestellt. Doch auch den Beamten gegenüber kennt er kein Pardon. Mit einem Fußtritt verletzt er einen Polizisten an der Hüfte, weitere Beamte bewirft er mit Gegenstanden. Dann macht es Klick - Handschellen! Dennoch: der an der Hüfte verletzte Polizist ist nach dem Tritt nicht mehr dienstfähig und muss ärztlich versorgt werden.

Nach der Festnahme des Mannes herrscht kollektives Rätselraten zum Hintergrund der Tat. Welches Motiv hatte der 33-Jährige? "Es sieht aktuell nicht danach aus, als hätte die Tat einen religiösen Hintergrund. Wohl eher befand sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand", berichtet Polizeisprecher Dietmar Winterberg. Allerdings ist der Täter bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Mehrfach geriet er in der Vergangenheit wegen Drogenkonsums, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen in Konflikt.

Fassungslosigkeit dagegen unter den Mitgliedern der Pfingstgemeinde. "Man ist einfach nur sprachlos, das kann man sich nicht vorstellen", sagt etwa Franko Amesse. In Reihen der Kirchengemeinde herrschen aber auch Angst und Verunsicherung, dass es zu weiteren Angriffen kommen könnte. Wie es jetzt weitergehen soll, das wissen die Mitglieder aktuell noch nicht. Auch nicht, ob es für sie am selben Ort noch eine Zukunft gibt. Der bei der Tat entstandene Sachschaden wird auf rund 10.000 Euro geschätzt.

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag, 20. Juni, in der Donau-Post und auf idowa+.

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