Regensburg Flüchtlinge verbarrikadierten sich: Pfarrei muss Tür aufbrechen

Die Flüchtlinge, die im Pfarrheim St. Emmeram Asyl gesucht haben, haben sich verbarrikadiert. Die Kirche musste deshalb ihre eigene Tür aufbrechen lassen. Sie droht den Flüchtlingen mit der Zangsräumung, wenn sie nicht freiwillig das Gelände verlassen. Foto: red

Die 26 Flüchtlinge, die im Regensburger Pfarrheim Sankt Emmeram mit Duldung der Kirche nach ihrer Dombesetzung vor einem Monat Unterschlupf gefunden hatten, sollen nun „ausgesperrt werden“ wie es aus Unterstützerkreisen heißt. Gleichzeitig wird der erst von beiden Seiten versöhnlich gehaltene Ton schärfer.

Die von den ursprünglich rund 50 Flüchtlingen verbliebenen 26 aus dem Kosovo und Albanien waren letzte Woche mehrfach auf das Hausrecht der katholischen Kirche hingewiesen worden und darauf, dass sie das Haus zu verlassen hätten. Ein Teil der Gruppe, 15 Personen, verließ daraufhin das Pfarrheim. Auch trennte man sich am zurückliegenden Wochenende von der Hamburger „Romano-Jekipe-Ano-Stiftung“, die die Flüchtlinge nach außen vertreten hatte.

Dann hatten sich die übrigen elf im Haus verbarrikadiert. Die Kirche veranlasste am Mittwoch als Hausherr die Entfernung der verrammelten Eingangstür. Und sie ließ über Generalvikar Michael Fuchs wissen, dass keine der 26 Personen in das Haus zurückdürfe, wenn sie dieses verlasse. Kinder seien von dieser Maßnahme ausgenommen. Gleichzeitig wurde das Sicherheitsaufgebot auf und vor dem Grundstück durch Polizei und private Sicherheitsdienste verstärkt.

Laut „Hilferuf“ der vor dem Haus aufgezogenen Unterstützergruppe komme dies einer Aussperrung gleich, weil etliche der Flüchtlinge sich bereits vor Kenntnisgabe des Rückkehrverbots außerhalb des Grundstücks aufgehalten hätten und nun ausgesperrt seien.

Der Generalvikar hat indes Mittwochnachmittag nochmals schriftlich an die „Vernunft und an die Verantwortung“ der Gruppe im Pfarrheim appelliert und mit dem Vollzug des Hausrechts gedroht: „Verlassen Sie jetzt das Pfarrheim, gehen Sie jetzt zurück in die staatlichen Einrichtungen und vermeiden Sie auf diese Weise, dass die staatlichen Behörden sehr bald andere Maßnahmen ergreifen müssen. Jetzt liegt es noch in Ihrer Hand.“

Es gab mehrere Suiziddrohungen unter den Flüchtlingen. Ein Vater drohte sogar damit, sich und seine minderjährige Tochter zu verbrennen.

 

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