Regensburg Die Aufschneiderei - Besuch in der Leichenwerkstatt

Felix Krause ist Plastinationsassistent. Seinen Arbeitsplatz kennen andere nur aus Albträumen. Foto: bay

Ab 16. Februar kommt Gunther von Hagens' Körperwelten-Ausstellung nach Regensburg. Wir haben uns angesehen, wo die Plastinate entstehen.

Am schlimmsten ist der Geruch. Als hätte jemand einen Eimer Nagellackentferner in eine Biotonne geschüttet, die zu lange in der Sonne stand. In diesem Dunst aus süßlichem Moder und beißender Chemie sitzt Felix Krause an einem Metalltisch und zerlegt ein Männerbein. Mit dem Skalpell schneidet er ein Stück fahle Haut vom Fußrücken, rupft mit einer Pinzette Fetzen von den Knochen und wirft sie in eine Plastikbox. "So gelb ist nur menschliches Fett", sagt Krause und lacht. Der gelernte Tierarzthelfer ist einer von 45 Plastinationsassistenten in Gunther von Hagens' Leichenwerkstatt. Hier entstehen Plastinate für die Ausstellung Körperwelten und anatomische Modelle für Universitäten - und jeder kann dabei zusehen.

Krauses Arbeitsplatz liegt in einem Backsteinbau zwischen Berlin und Dresden in der brandenburgischen Niederlausitz. Auf der einen Seite fließt die Neiße vorbei, gleich dahinter ist Polen. Auf der anderen Seite liegt die 17.000-Einwohner-Stadt Guben, in der vor 30 Jahren noch doppelt so viele Menschen gelebt haben. Hier, mitten im Nirgendwo, hat von Hagens (73) vor zehn Jahren in einer ehemaligen Hutfabrik seine Leichenwerkstatt eröffnet - das Plastinarium. Für einen Euro hat der Mediziner mit Markenzeichen Hut eine alte Hutfabrik gekauft und sie für vier Millionen Euro hergerichtet.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 03. Februar 2018.

 
 

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