Regensburg Diagnose Krebs: Wie geht es weiter?

Krebs - eine schockierende Diagnose. Doch moderne Therapieformen geben Anlass zur Hoffnung. Foto: Felix Hörhager, dpa

Diagnose Krebs - ein Schlag ins Gesicht! Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Was früher einem Todesurteil gleich kam, ist heute oft gut behandelbar. Wir haben anlässlich des Weltkrebstages mit Professor Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin an der Uniklinik Regensburg, gesprochen und von ihm gehört, wie die Lage für Krebspatienten heute ist, was Ärzte für Möglichkeiten im Kampf gegen die Krankheit haben und was Patienten Anlass zur Hoffnung geben kann.

"Wir erleben oft, dass Patienten mit körperlichen Beschwerden, wie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, zum Hausarzt gehen. Auch gibt es Tastbefunde," beschreibt der Mediziner den klassischen Weg, wie Patienten eine Krebsdiagnose erhalten. Ab da beginnt ein genauer Diagnoseweg. Anhand von Blutuntersuchungen wird der Verdacht eingegrenzt. Ist etwas Auffälliges gefunden worden, schließt sich der Weg zu einem Facharzt an. Der hat wieder verschiedene Diagnosemöglichkeiten, einen Verdacht weiter abzuklären. "Ultraschall, ein CT und anderes sollen zeigen, ob eine sogenannte "Raumforderung" im Gewebe sichtbar wird - also ein Tumor," verdeutlicht Professor Dr. Herr. Eine Gewebepunktion unter örtlicher Betäubung schließt das Diagnoseverfahren ab.

"Zu den bisherigen Säulen in der Therapie der verschiedenen Krebsarten, Chemotherapie, Bestrahlung und Operation, ist in den letzten Jahren noch eine wichtige hinzugekommen: Die personalisierte Therapie," erklärt der Mediziner. Hier werden die Gene eines Tumors entschlüsselt und aus verschiedenen Medikamenten das erfolgversprechendste herausgesucht, das den Krebs in die Schranken weisen soll.

Große Hoffnungen setzt Professor Dr. Wolfgang Herr auch die neue Immuntherapie. "Diese Therapieform ist so vielversprechend, dass für die Entdeckung der Nobelpreis verliehen wurde." Hier soll der Körper wieder fit gemacht werden, um die Krebszellen selbst zu bekämpfen.

Dabei ist Krebs kein Phänomen der modernen Zeit. "Die Tatsache, dass immer mehr Menschen an Krebs erkranken, ist der Zunahme der Lebenserwartung geschuldet," so Herr. "Früher haben die Menschen schlichtweg "ihren Krebs" nicht mehr erlebt, weil Krankheiten wie Herzinfarkt oder Diabetes früher auftraten und die Lebenserwartung verkürzt haben." Damit wird Krebs immer mehr zu einem Problem der heutigen Zeit, denn die Lebenserwartung steigt und damit die Gefahr, dass dem Körper nach vielen Jahren beim Zellwachstum "Fehler" passieren und ein Tumor aus entarteten Zellen heranwächst.

Den wenigeren Krebsfällen von früher stehen aber auch die neuen Behandlungsmethoden entgegen: Noch vor 50 Jahren war Krebs bis auf einige wenige Fälle ein Todesurteil. "Chemotherapien brachten damals nur für kurze Zeit Besserung, danach waren die Patienten palliativ, erklärt der Arzt.

Doch die Forschung setzt im Kampf gegen verschiedene Krebsarten alle Kräfte ein. "In den letzten Jahren sind die Hälfte aller zugelassenen Medikamente Krebsmedikamente gewesen," so der Chefarzt. Ein Zeichen, wie die Forschung an der Krankheit fortschreitet. Gerade im Bereich der Leukämien und der Lymphome, also der Erkrankungen der Lymphknoten, gibt es in der letzten Zeit Erfolgsgeschichten, die Anlass zur Hoffnung geben. Hier ist die Lebenserwartung verlängert, immer öfter können diese Krebsarten nachhaltig geheilt werden.

Auch wird die Krebsforschung immer mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerufen. Zum neuesten Stand der Forschung im Bereich der Leukämie- und Lymphomforschung können sich Interessierte beim Patiententag am 9. Februar im Uniklinikum Regensburg informieren.

 

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