Regensburg/Deutschland Fast 4.000 Hunde in Tierversuchen eingesetzt

Was die Zahl der jeweiligen Tiere angeht, so verschob sich der Anteil der eingesetzten Tiergattungen. Etwa 50.000 Fische weniger als im Jahr davor wurden 2018 zu Versuchstieren. Auch die Zahl der Vögel in Tierversuchen ging um rund 6.000 zurück auf insgesamt 36.920. Ähnliches gilt für Kanichen und Ratten. Mit diesem Rückgang einher ging allerdings ein Zuwachs bei den Mäusen: Waren 2017 noch 1,36 Millionen Mäuse in Tierversuchslaboren eingesetzt worden, stieg deren Zahl 2018 auf rund 1,54 Millionen. Die Frage, warum das so ist, konnte das Ministerium auf idowa-Nachfrage nicht beantworten.

Ebenso stieg die Zahl der verwendeten Hunde und Katzen. Mit fast 4.000 Hunden wurde bundesweit experimentiert, das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent. 765 Miezen mussten für Versuche herhalten – auch das eine Steigerung im Vergleich zu 2017. Laut Ministerium hänge das aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Art der durchgeführten Versuche zusammen: Hunde und Katzen kommen demnach „zur Erforschung von Tierkrankheiten sowie für die gesetzlich vorgeschriebene Toxizitäts- und Unbedenklichkeitsprüfung von Tier- und Humanarzneimitteln zum Einsatz.“

Fast die Hälfte der Versuche dient der Grundlagenforschung

Etwa 44 Prozent der Tierversuche dienten zur Erforschung biochemischer Zusammenhänge oder der Funktionsweise bestimmter Organe und Systeme. In dieser sogenannten Grundlagenforschung kamen rund 938.000 Versuchstiere zum Einsatz.

Die meisten dieser Tierversuche sollen demnach neue Erkenntnisse zur Funktionsweise und zu Krankheiten des Immun- und Nervensystems bringen. Mit rund 90.000 Versuchstieren hatte auch die Krebsforschung einen vergleichsweise großen Anteil, etwa 94.000 Tiere kamen bei Versuchen zu Lymphsystem und Blutkreislauf zum Einsatz.

Computer und KI statt Labormaus?

Eine mögliche Alternativen zu Qual und Sterben im Labor ist, biochemische Vorgänge von einem Computer berechnen zu lassen. Je nachdem, wie groß die Datenbasis ist – die allerdings meist durch Tierversuche erst geschaffen wurde – klappt das zuweilen schon sehr gut. Eine zweite Alternative ist der Einsatz von Zellkulturen, also im Labor gezüchteter Zellen, die zwar alle Lebensfunktionen aufweisen, aber nicht zu einem Organismus verbunden sind. Sie leben zwar, haben aber kein Bewusstsein, sie denken und fühlen – zumindest nach bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft – nicht.

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