Regen Bistum Passau äußert sich im Streit um Glockengeläut

Der Glockenturm der Stadtpfarrkirche Sankt Michael. Foto: Bäumel

In Regen ist in der vergangenen Woche ein Streit um das Glockengeläut entbrannt. Nun hat sich auch das Bistum Passau zu dem Fall geäußert. 

Stein des Anstoßes war wie berichtet ein anonymer Brief, der unter anderem an Bürgermeisterin Ilse Oswald (FW) und den Passauer Bischof Stefan Oster geschickt wurde. Darin wurde das Ende des Zeitschlags von 22 bis 6 Uhr gefordert. Unterzeichnet war der Brief mit "Bürgerinitiative gegen den Glockenlärm". Bürgermeisterin Ilse Oswald hatte sich bereits kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls dazu geäußert: "Da fehlen mir die Worte", hatte sie gegenüber unserer Mediengruppe gesagt. Normalerweise beschäftige sich die Stadt nicht mit anonymen Briefen. Da der Brief aber bereits im Internet kursierte, seien auch die Stadträte darüber informiert worden. Stadtpfarrer Ludwig Limbrunner hatte bereits angekündigt, vorerst nichts zu unternehmen und weiterhin läuten zu lassen. 

Am Donnerstag hat sich nun auch das Bistum Passau zu dem Fall geäußert. Der Fall sei "zur Kenntnis" genommen worden, teilte die Pressestelle des Bistums auf Anfrage des Viechtacher Anzeigers mit. Die Entscheidungshoheit über das Glockengeläut liege aber nicht bei der Diözese, sondern direkt bei der Kirche vor Ort. Zur Frage, ob der nächtliche Uhrenschlag zulässig ist oder nicht, verweist das Bistum auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 1991.  Demnach ist der nächtliche Uhrenschlag zulässig, wenn zwischen 22 und 6 Uhr der Richtwert entsprechend TA-Lärm nicht überschritten wird. "Dieser Richtwert ist je nach Art des Baugebietes verschieden, in der Regel kann von einem Richtwert von 60 dB (A) ausgegangen werden", so das Bistum in seiner Stellungnahme. Sollte der Wert in Regen überschritten werden, müsste das von den vom Geläut gestörten Nachbarn dargelegt werden. Das Bundesverwaltungsgericht sei außerdem zu dem Schluss gekommen, "dass es sich bei dem nächtlichen Uhrenschlag zwar nicht um ein liturgisches Geläut handelt, jedoch dennoch keine Veranlassung besteht, auf diese Tradition generell zu verzichten, da auch der Uhrenschlag ein Teil unserer Kultur ist und viele Menschen den nächtlichen Uhrenschlag nicht als Beeinträchtigung, sondern als Verbindung zur Kirche empfinden."

 

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