Regeln der Freistunde-Redaktion Wie Journalisten recherchieren

Ist ein Fake als Fakt getarnt? Es ist die Aufgabe der Medien, das zu prüfen. Foto: Christian Horz – stock.adobe.com

Keine Zeitung, keine Webseite und kein anderes Portal, das Nachrichten verbreitet, ist perfekt. Hinter den News stecken Menschen – und die machen Fehler. Wichtig ist deshalb immer: transparent sein und zeigen, wie Nachrichten entstehen.

Nach diesen Recherche-Regeln arbeitet die Freistunde-Redaktion.

Oberstes Prinzip: der Wahrheit verpflichtet

Wir Medien haben manche Privilegien. Zum Beispiel müssen uns staatliche Behörden, wie ein Ministerium, Auskunft geben. Genauso gelten für uns aber auch Regeln. Im Bayerischen Pressegesetz steht, dass wir wahrheitsgemäß berichten müssen. Korrekte Recherche ist also unsere Pflicht. Der Pressekodex legt Richtlinien für die journalistische Arbeit fest. Dort heißt es, dass sich Journalisten zu erkennen geben müssen und bei der Recherche „keine unlauteren Methoden“, zum Beispiel Erpressung, anwenden dürfen.

Thema eingrenzen und die zentrale Frage formulieren

Dass unsere Veröffentlichungen verständlich und klar sind, ist uns sehr wichtig. Es muss auf den ersten Blick ersichtlich sein, um welches Thema ein Text, Podcast oder Video geht. Deshalb hilft es, zu Beginn einer Recherche das Thema einzugrenzen und die zentrale Frage zu formulieren, die man für die Leserinnen und Leser klären möchte.

Ergebnisoffen in alle Richtungen recherchieren

Entscheidend bei der Recherche: offen für jegliches Ergebnis sein. Jeder hat zu einem Thema eine persönliche Meinung, doch die darf die Recherche nicht beeinflussen. In einen Artikel kommt sie nur dann, wenn dieser auch als Meinungsbeitrag gekennzeichnet ist.

Immer die Gegenseite befragen

Wir berichten nicht einseitig, sondern ausgeglichen. Daher muss bei einer Recherche, in der zwei Seiten beleuchtet werden, jede Partei die Möglichkeit haben, Stellung zu beziehen und sich zu äußern.

Austausch mit Kollegen, Blick von außen

Nach einer Zeit der Recherche hilft es, das große Ganze zu betrachten. Denn oft vertieft man sich zu sehr im Detail. Kollegen, Freunde, aber auch Leser, die sich mit dem Thema noch nicht so beschäftigt haben, sind da wertvoll und machen die Recherche ausgewogener. Sie können neue Impulse geben.

Mindestens zwei Quellen hinter einer Nachricht

Keine Nachricht geht raus, die nicht mindestens durch zwei Quellen belegt ist. Wichtig: Die Belege dürfen nicht in Verbindung zueinander stehen, zum Beispiel vom gleichen Portal sein.

Jede Quelle prüfen – auch die Quelle der Quelle

Eine Quelle ist nur dann gut, wenn sie stimmt. Daher prüfen wir sie und schauen uns, wenn nötig, auch die Quelle der Quelle an.

Freistunde-Logo

Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch Leser, die Freischreiben-Autoren. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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