Organisierte Kriminalität Zoll stellt 23 Tonnen Kokain in Hamburg und Belgien sicher

Mehr als 16 Tonnen Kokain hat der Zoll am 12. Februar unter Blechdosen mit Spachtelmasse gefunden. Foto: -/Zollfahndungsamt Hamburg/dpa/dpa

Von wegen Spachtelmasse: Bei Kontrollen in Hamburg und Antwerpen haben Zollfahnder ein ganz anderes weißes Pulver in Rekordmenge entdeckt.

Hamburg - Die bislang für europäische Verhältnisse unvorstellbare Menge von über 23 Tonnen Kokain haben Zollfahnder in Hamburg und Antwerpen sichergestellt.

Allein im Hamburger Hafen hätten die Beamten am 12. Februar mehr als 16 Tonnen Rauschgift in fünf Containern aus Paraguay entdeckt, teilten das Zollfahndungsamt und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in der Hansestadt mit. Es handele sich um die größte je in Europa sichergestellte Kokainmenge. Auch weltweit gehöre sie zu den größten Einzelsicherstellungen.

Im Rahmen der Ermittlungen hätten die Behörden im belgischen Hafen Antwerpen am Sonntag noch einmal mehr als 7,2 Tonnen beschlagnahmt. Am Mittwochvormittag sei in den Niederlanden ein Mann aus Vlaardingen bei Rotterdam festgenommen worden. Der 28-Jährige sei verdächtig, für die Einfuhr der insgesamt über 23 Tonnen Kokain verantwortlich zu sein. Das Kokain hätte nach Angaben des Zollfahndungsamts im Straßenverkauf mehrere Milliarden Euro eingebracht.

Zum Vergleich: Die gesamte Menge an Kokain, die die deutschen Behörden im Rekordjahr 2019 sicherstellten, belief sich auf gut zehn Tonnen. Für 2020 erwarten Bundeskriminalamt und Zoll ein ähnliches Ergebnis. Den bislang größten Einzelfund in Deutschland hatten Beamte im Juli 2019 im Hamburger Hafen gemacht. Damals entdeckten die Zöllner 4,5 Tonnen Kokain mit einem Straßenverkaufswert von rund einer Milliarde Euro. Vor Gericht gilt bereits der Besitz von mehr als 99 Milligramm Kokain als nicht geringe Menge, die eine Bestrafung zur Folge haben kann.

Im aktuellen Fall sollten die fünf Container Dosen mit Spachtelmasse enthalten, hieß es. Doch dann stießen die Zoll-Beamten in Hamburg auf über 1700 Blechkanister, die jeweils acht Kokainpakete mit mehr als neun Kilo Gewicht enthielten.

Der festgenommene 28-Jährige sei der Inhaber einer Firma in den Niederlanden gewesen, an die die Lieferungen gehen sollten, sagte der Leiter des Zollfahndungsamts Hamburg, René Matschke. Die Firma sei erst vor einem Jahr gegründet worden, "vielleicht nur für diesen Zweck". Die Sicherstellung werde wahrscheinlich Auswirkungen auf den Preis und die Verfügbarkeit der Droge sowie auf die Struktur der Hintermänner haben. "Die dahinterstecken werden von der Sicherstellung nicht begeistert sein", vermutete Matschke.

In den Niederlanden führte unterdessen eine weitere internationale Ermittlungsoperation zur Beschlagnahmung von 1,5 Tonnen Heroin. Es handle sich um einen der größten Heroin-Funde in der Geschichte Europas, wie die National Crime Agency (NCA) in London am Mittwoch mitteilte. Beschlagnahmt wurde das Heroin demnach am 9. Februar am Hafen von Rotterdam, versteckt in einem Container mit Himalaya-Salz. Fünf Männer seien festgenommen worden.

© dpa-infocom, dpa:210224-99-572811/7

 

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