Raser-Prozess Fünf Jahre Haft für beide Angeklagte

Zuerst stehen im Raser-Prozess von Kalteck am Freitag die Plädoyers an, am Nachmittag wird das Urteil erwartet.

Der Zeitplan für den heutigen insgesamt siebten Prozesstag ist straff. Ab 9 Uhr plädiert am Landgericht Deggendorf zunächst Oberstaatsanwalt Oliver Baumgartner, dann Marko Heimann, Anwalt von Nebenklägerin Beate A., zugleich auch Wittwe des bei dem Unfall ums Leben gekommenen 38-Jährigen. Außerdem werden die Verteidiger des angeklagten 28-jährigen Autofahrers und des 54-jährigen Motorradfahrers ihre Plädoyers halten. Für den Nachmittag wird mit Spannung das Urteil erwartet.

11.00 Uhr: Staatsanwalt fordert: Sechs Jahre Haft für Autofahrer

und sechseinhalb für Motorradfahrer

Von einem Rennen, zu dem sich die beiden Angeklagten im Juli 2018 verabredet hätten, sprach Oberstaatsanwalt Oliver Baumgartner in seinem eineinhalbstündigen Plädoyer. Zwar hätten sich der 28-jährige Autofahrer und 54-jährige Motorradfahrer nicht gegenseitig überholt.  Er forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren für den 28-jährigen Audifahrer und eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren für den Motorradfahrer. Für Letzteren beantragte er weiterhin eine lebenslange Führerscheinsperre für Motorräder.

13.30 Uhr: Anwälte plädieren auf Bewährungs- beziehungsweise Geldstrafe

Eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung sah der Anwalt des 28-jährigen Audifahrers für seinen Mandanten als schuldangemessen. Der Mann sei nicht vorbestraft, die Tat wäre zudem ein "singuläres Ereignis" gewesen. 
Der Anwalt des Motorradfahrers ging zunächst auf die "Kaltschnäuzigkeit" ein, die seinem Mandanten im Laufe des Prozesses immer wieder von Zeugen vorgeworfen worden war. Der 54-Jährige könne lediglich seine Gefühle nicht offen zeigen,  er sei generell zurückhaltend, aber der Unfall belaste auch ihn schwer. Nach Ende des Prozesses wolle der angeklagte Motorradfahrer 20.000 Euro an die Familie A. überweisen. Eine Mittäterschaft kommt nach Einschätzung des Verteidigers nicht in Betracht, da beim letzten Abwärtsfahren kein Renncharakter gegeben war. Der Anwalt beantragte eine Geldstrafe.

15.00: Die Kammer verhängt fünf Jahre Freiheitsstrafe für jeden der beiden Angeklagten.

Alles über den letzten Prozesstag lesen Sie bei idowa plus oder am Samstag, 23. November, in Ihrer Tageszeitung.

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