Quote steigt im August Knapp 12.000 Arbeitslose mehr in Bayern

Die Arbeitslosigkeit in Bayern ist im August weiter gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte, waren rund 308.000 Menschen im Freistaat arbeitslos - das entspricht einer Quote von 4,1 Prozent.

Im Juli waren rund 296.000 Menschen ohne Job, die Quote hatte bei 3,9 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im August um fast 89.000. Viele Jüngere hätten sich nach Ende des Ausbildungsjahres und des Sommersemesters arbeitslos gemeldet, erklärte der stellvertretende Leiter der Regionaldirektion Süd, Klaus Beier.

Durch die Corona-Krise "ist die Chance, aus der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung zu finden, insgesamt gesunken. Nicht zu vergessen ist auch, dass viele Unternehmen noch in Kurzarbeit sind und der strukturelle Wandel den Transformationsprozess beschleunigt", sagte Beier. 

Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2019 bis August 2020 wurden den Arbeitsagenturen über 100.000 Lehrstellen gemeldet. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum haben sich knapp 68.500 Bewerber an die Jobcenter bei der Suche nach einer Lehrstelle gewandt. Damit werde der strukturell bedingte rückläufige Trend, der sich bereits seit Anfang des Jahres auf dem Ausbildungsmarkt abzeichnet, durch die Auswirkungen der Corona-Krise verstärkt.

„Jedem unversorgten Bewerber stehen aktuell noch drei freie Ausbildungsstellen zur Verfügung", sagte Beier. Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen sei nach wie vor hoch. Daran ändere auch Corona nichts. Aufgrund der Pandemie war der Bewerbungsprozess zeitweise unterbrochen.

Jugendliche sollten sich nicht entmutigen lassen, wenn sie zum 1. September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. "Unternehmen stellen Azubis auch noch nach dem regulären Ausbildungsstart ein", erklärte Beier.

Wieder mehr Stellen

Im August wurden den bayerischen Arbeitsagenturen 23.405 und damit elf Prozent mehr Stellen als im Vormonat gemeldet. Die Nachfrage nach Arbeitskräften liege aber aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin unter dem Vorjahresniveau. So sind die Stellenmeldungen im Vergleich zu 2019 um fast ein Viertel zurückgegangen. Insgesamt gibt es aktuell 94.451 Arbeitsstellen. Rund 80 Prozent davon sind für Fachkräfte und Akademiker ausgeschrieben.

„Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern war im April regelrecht eingebrochen, hat sich im Mai aber wieder etwas gefangen und aktuell stabilisiert. Im August nehmen die neu gemeldeten Stellen bereits den vierten Monat in Folge zu", so Beier weiter. Trotzdem sei die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr schwach. Vor allem die Zeitarbeit, die öffentliche Verwaltung, der Handel, Verkehr und Lagerei sowie das Gesundheits- und Sozialwesen meldeten mehr Stellen. 

Oberpfalz hat wieder geringste Arbeitslosenquote 

Die Arbeitslosenquote in den bayerischen Regierungsbezirken hat sich im Vergleich zum Juli nur marginal verändert. Auch im August hat die Oberpfalz mit 3,6 Prozent die niedrigste Quote im Freistaat. Dort waren im Juli insgesamt 22.067 Personen arbeitslos gemeldet.

In Niederbayern lag die Zahl diesem Monat mit 27.234 etwas höher als in der Oberpfalz. Die Arbeitslosenquote stieg dort um 0,2 auf 3,8 Prozent. Damit liegt der Regierungsbezirk knapp hinter der Oberpfalz bayernweit auf dem zweiten Platz. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete im August Mittelfranken mit 4,8 Prozent.

Straubing und Passau besonders betroffen

In Ostbayern verzeichnete die Stadt Straubing mit 6,4 Prozent wiederholt eine der höchsten Arbeitslosenquoten. Im August 2019 lag sie noch bei 4,3 Prozent. Im Regierungsbezirk Niederbayern schnitt dem Arbeitsmarktbericht zufolge Passau etwas besser ab. Dort lag die Arbeitslosenquote bei 6,2 Prozent. In Landshut stieg die Arbeitslosenquote um zwei Prozentpunkte auf 5,5 Prozent, in Regensburg stieg die Quote im Juli um 0,4 auf 5,1 Prozent.

Die niedrigste Arbeitslosenquoten Ostbayerns verzeichneten dagegen die Landkreise Regensburg mit 3 Prozent, Cham mit 2,9 und Straubing-Bogen mit 3,1, wenngleich die Quoten leicht angestiegen sind.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen prozentual ebenfalls in Straubing am stärksten gestiegen, in den Landkreisen Cham und Regensburg mitunter am wenigsten. In Straubing stieg die absolute Zahl der Arbeitslosen um etwa 50 Prozent, in den beiden Oberpfälzer Landkreisen waren es gut zehn Prozent weniger.

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