Pyrotechnik, Drogen, radioaktive Stoffe

Irres Chemie-Labor in München ausgehoben


In der Wohnung fanden die Einsatzkräfte massenweise Chemikalien und Pyrotechnik.

In der Wohnung fanden die Einsatzkräfte massenweise Chemikalien und Pyrotechnik.

Von Redaktion idowa

"Breaking Bad" lässt grüßen: In München haben Polizei und Feuerwehr ein spektakuläres Chemie-Labor ausgehoben, in dem ein 44-Jähriger nicht nur Drogen herstellte, sondern auch kiloweise Pyrotechnik hortete - sogar Strahlenschutzexperten mussten anrücken.

Am Dienstag, den 19. November, ging gegen Mittag ein mysteriöser Hausnotruf bei einem Pflegedienst ein, der die Mitarbeiter zu einer Wohnung in München-Laim führte. Als sie die Wohnung öffneten, war dort kein Mensch - dafür aber massenweise Behälter mit verschiedenen Chemikalien. Sie verständigten die Polizei.

Als die Beamten zusammen mit der Münchener Berufsfeuerwehr die Wohnung untersuchten, ergab sich schnell ein dringender Verdacht: In der Wohnung wurden synthetische Drogen hergestellt. Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes übernahmen die weiteren Ermittlungen. Gegen 16 Uhr am selben Tag nahm die Münchener Polizei den tatverdächtigen Wohnungsbesitzer an seinem Arbeitsplatz fest.

Das Absuchen des "Labors" geriet derweil zur langwierigen Nervenprobe: Alle Zimmer der Wohnung und der Keller waren voll mit Chemie-Behältern, deren Gefährlichkeit auf den ersten Blick nicht erkennbar war. Deshalb mussten neben den Drogenfahndern auch Sprengstoffexperten, Entschärfer der Technischen Sondergruppe und ein Chemiker des Bayerischen Landeskriminalamtes eingesetzt werden. Besonders skurril: Da der 44-jährige "Giftmischer" angab, auch über radioaktives Material zu verfügen, wurden sogar noch Strahlenschutzexperten des LKA angefordert.

Die umfangreiche Durchsuchung konnte nicht abgeschlossen werden und wurde am Mittwoch fortgesetzt. Allein jetzt wurden aber schon etwa 50 Kilo Pyrotechnik und jede Menge vermutlich illegaler Feuerwerkskörper gefunden. Außerdem stellten die Ermittler synthetische Drogen "Marke Eigenbau" und große Mengen Chemikalien sicher.

Die Untersuchung aller Gegenstände werde wohl noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, hieß es von Seiten des Bayerischen Landeskriminalamts.