Prozess in Nürnberg "Es war nichts geplant!"

Vor dem Oberlandesgericht Nürnberg-Fürth muss sich ein junger Mann aus dem Landkreis Cham verantworten. Ihm wird die Vorbereitung eines rechtsterroristischen Anschlags vorgeworfen. Foto: Daniel Karmann

Der Verdacht wiegt schwer. Ein junger Mann aus dem Landkreis Cham soll eine staatsgefährdende Gewalttat geplant haben.

Wir versorgen Sie hier live mit Neuigkeiten aus dem Gericht:

8 Uhr: Justizbeamte richten die Zuschauerführung her, das Foyer des Landgerichts Nürnberg-Fürth füllt sich.

8.30 Uhr: Öffnung des Gerichtssaales für Zuschauer

Vor Prozessbeginn. 

9.00 Uhr: Der Prozess läuft. Verlesung der Anklage.

9.18 Uhr: Der Prozess wird bis zur Ankunft der Zeugen um 9.45 Uhr unterbrochen.

„Es war nichts in irgendeinerweise in der Art geplant.“

9.50 Uhr: Der Prozess geht weiter. Der Angeklagte lässt über seine Verteidiger eine Erklärung abgeben. Demnach habe es keine konkreten Anschlagspläne gegeben. „Es war nichts in irgendeiner weise in der Art geplant“, sagt Anwalt Benedikt Kuchenreuter.

11.21 Uhr: Mutter, Vater, Stiefvater, Schwester, Großmutter und Cousin sagen aus. Der junge Mann aus dem nördlichen Landkreis Cham wird als Eigenbrötler beschrieben. Politische Ausrichtung will keiner bestätigen. Stiefvater und Schwester machen von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Was es mit der Bestellung von Adolf Hitlers "Mein Kampf" auf sich hat, bleibt bislang offen.

13 Uhr: Der Prozess wird fortgesetzt.

14.11 Uhr: Arbeitskollegen und Vorgesetzte von Fabian D. sagen aus. Er gilt als ruhiger Einzelgänger. Ein Vorfall mit einem Messer ruft die Vorgesetzten auf den Plan. Zur Größe des Messers gibt es unterschiedliche Aussagen. Bei einem Arbeitskollegen, ein Sportschütze, ist D. zuhause. Unterhaltungen über Waffen und Wege zum Schießen mit Großkaliber habe es gegeben, gibt der Mann zu Protokoll. Unterbrechung der Verhandlung.

14.15 Uhr: Die Verhandlung wird fortgesetzt.

14.51 Uhr: Die Verteidigung bittet zum Rechtsgespräch, die Verhandlung wird unterbrochen. 

15.05 Uhr; Rechtsgespräch ist beendet. Verhandlung geht weiter.

15.09 Uhr: Die Verhandlung ist bis kommenden Donnerstag unterbrochen.


Die Anklage wirft dem Mann aus dem nördlichen Landkreis Cham vor einen terroristischen Anschlag geplant zu haben. Vorbilder in diesem Sinne waren ihm die Rechtsterroristen der jüngeren Vergangenheit, wie der Täter von Halle oder der von Christchurch, Neuseeland. In Anlehnung an einen brutalen Nazischergen, Reinhard Heydrich, hat der junge Landkreisbürger unter dem Kampfnamen "Heydrich" bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Fabian D. fantasierte in der Chatgruppe Feuerkrieg Division zusammen mit zig anderen Neonazis unter dem Kampfnamen Heydrich von rechtsextremen Terroranschlägen des Kalibers Halle und Co. Für die Vorbereitung eines solchen muss er sich am heutigen Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Nürnberg-Fürth verantworten.

Für sein Vorhaben soll sich der 22-Jährige ein Automatikgewehr gebaut und in Böhmen - wo einst Namensvater Heydrich für Angst und Schrecken sorgte - an baugleichen Modellen und einer Maschinenpistole geübt haben.

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