Prozess Passant überrollt: Anklage fordert acht Jahre Haft

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Im Prozess um einen versuchten Mord mit einem Sportgeländewagen fordert die Staatsanwaltschaft acht Jahre Haft für den 22 Jahre alten Angeklagten. Der junge Mann soll einen anderen Mann absichtlich angefahren und mit dem SUV überrollt haben. Das 53 Jahre alte Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Anklagevertreterin plädierte am Freitag vor dem Landgericht Frankfurt auf versuchten heimtückischen Mord, schwere und gefährliche Körperverletzung sowie einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Sie forderte zudem eine vierjährige Führerscheinsperre sowie die Einziehung des 2,5 Tonnen schweren Fahrzeugs. Die Verteidigung hielt eine geringere Strafe für ausreichend. Die Schwurgerichtskammer wird voraussichtlich am 27. April das Urteil verkünden.

Der Angeklagte hatte den Tatablauf eingeräumt, eine Tötungsabsicht jedoch bestritten. Er war im April 2021 gemeinsam mit mehreren Freunden aus dem Landkreis Augsburg nach Frankfurt gekommen, wo man einen lustigen Abend im Vergnügungsviertel am Hauptbahnhof verleben wollte. Nach einem verkehrswidrigen Fahrmanöver, er soll in falscher Richtung in eine Einbahnstraße eingebogen sein, zog der 22-Jährige den Ärger des später Schwerverletzten auf sich, der sich dem schweren Wagen entgegenstellte und diesen fotografierte.

Dies nahm der Angeklagte den Ermittlungen zufolge zum Anlass, den Kontrahenten langsam anzufahren, ihn auf die Motorhaube zu nehmen und schließlich langsam zu überrollen. Die Staatsanwältin sah darin einen gezielten Tötungsversuch, wobei die "Arg- und Wehrlosigkeit" des seither auf den Rollstuhl angewiesenen Mannes ausgenutzt worden sei. Der Prozess hatte Mitte März begonnen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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