Prozess Automobilclub zieht gegen Münchner Fahrradwege vor Gericht

Der Automobilclub Mobil zieht am 27. Oktober vor Gericht, weil er gegen die Umwandlung von Pop-Up-Radwegen in dauerhafte Fahrradstrecken ist. (Symbolbild) Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Viele Pendler mieden zu Beginn der Corona-Pandemie überfüllte Bahnen und stiegen aufs Radl um. München nahm das zum Anlass, Pop-up-Radwege aus dem Boden zu stampfen, die nun bleiben sollen. Doch die werden nun zum Fall fürs Gericht.

Der Automobilclub Mobil in Deutschland geht gerichtlich gegen die Umwandlung von Münchner Pop-up-Radwegen in dauerhafte Fahrradstrecken vor. Heute um 10 Uhr kommt es zur Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht München.

Die Stadt hatte 2020 einzelne Spuren großer Straßen zu temporären Radwegen umgewidmet. Im März wurde beschlossen, einige Strecken dauerhaft für Radler zu reservieren. Mobil in Deutschland wertet das als Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Die Pop-up-Radwege hätten Tausende Autofahrer in den Stau gezwungen, begründete der Verein im Sommer seine Klage.

Während der Corona-Pandemie hatte die Zahl der Radler auch in München stark zugenommen. Vielerorts wurde es auf den bestehenden Radwegen zu eng. Mit den Pop-up-Radwegen wollte die Stadt den Radlern mehr Platz einräumen und helfen, Unfälle zu vermeiden. Weil das Konzept gut ankam, wurden ausgewählte Strecken zu dauerhaften Radwegen.

Nach Angaben des Mobilitätsreferates der Landeshauptstadt wurden von Ende Juni bis Ende Oktober 2020 sechs Pop-up-Radwege eingerichtet. Vier davon wurden seit Ende April/Anfang Mai 2021 in Dauerlösungen umgewandelt. Ein weiterer Ausbau der Rad-Infrastruktur ist in Planung: Für zwei weitere Pop-up-Radwege habe der Stadtrat "bereits bauliche Lösungen beschlossen", sagte eine Sprecherin des Referates.

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