Prozess am Landgericht: Verfolgungsjagd: Die Höllenhunde trifft keine Schuld

Wegen eines kräftigen Faustschlages wurde ein Dingolfinger BMW-Azubi zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Foto: imago/xblickwinkel/McPHOTOx

Da ist selbst der psychiatrische Sachverständige ratlos: Justin J.* sieht und hört seit Jahren Höllenhunde. Schuld daran kann eine Drogenpsychose sein; eine schizophrene Psychose will Dr. Franz-Xaver Obermeier aber nicht ausschließen. Der 31-jährige Sachse hat Schäden an Stamm- und Kleinhirn. Zudem sind die Diagnosen Polytoxikomanie, hochgradige Mischpersönlichkeit und Debilität zu stellen. Mit der stundenlangen Verfolgungsjagd, die sich J. und sein "Blutsbruder" Kevin K.* im März mit der Polizei geliefert haben, hatten die Höllenhunde nach J.s eigenem Bekunden aber nichts zu tun. Und auch Obermeier kam am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht zu dem Schluss, dass sowohl bei J. als auch bei dem gleichaltrigen K. eine Schuldunfähigkeit auszuschließen ist. Beide hätten bei der Verfolgungsjagd schon noch gewusst, "was da passiert", und sich an neue Situationen angepasst.

Wie berichtet, begann die zum Teil filmreife Verfolgungsjagd am 27. März in Bayreuth mit der Kennzeichenerfassung eines in Merseburg gestohlenen Kias und endete zweieinhalb Stunden später bei Garching auf einem Feld. Die Angeklagten hatten die Verfolgungsjagd zu Prozessbeginn über ihre Verteidiger einräumen lassen. Leugnen wäre auch zwecklos gewesen: Zwei halbstündige Videoaufnahmen - einmal von einem Streifenwagen aus aufgenommen, einmal aus der Luft - zeigen, wie dreist sie mit zum Teil 195 km/h auf der Autobahn kreuz und quer überholt haben, auf dem Standstreifen fuhren und Gegenstände aus dem Fahrzeug warfen.

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