Prostataprobleme Die Geißel der Männer

Chefarzt Dr. Christian Gilfrich bei einer Operation mit Da-Vinci-System. Foto: Klinikum Straubing

Prostataprobleme bekommt fast jeder Mann irgendwann. Aber nicht immer müssen sie behandelt werden. Wenn doch, stehen heute mit Hormon- und Lasertherapie sowie computergestützten Operationen moderne Verfahren zur Verfügung. Zwei Ärzte des Straubinger Klinikums St. Elisabeth informieren über das kleine Geschlechtsorgan, seine Probleme und Behandlungsmöglichkeiten.

Sie ist nur so groß wie eine gewöhnliche Rosskastanie und kann doch enorme Probleme verursachen: die Prostata. Die Drüse, die gern als "Geißel des Mannes" bezeichnet wird, sitzt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Beim Orgasmus ziehen sich die Muskeln des kleinen Geschlechtsorgans zusammen und es stößt eine Flüssigkeit aus, die vermischt mit dem Samen und dem Samenbläschensekret ejakuliert wird. Ohne diese Flüssigkeit könnten die Samen nicht schwimmen, das Sekret löst außerdem Reifungsprozesse in ihnen aus. Die Funktion der Prostatadrüse ist also wesentlich für die Fortpflanzung.

Zu starkes Wachstum durch Testosteron

Bei kleinen Jungen ist das Organ winzig. Es wächst unter dem Einfluss des Hormons Testosteron zu seiner vollen Größe heran - nur schießt es manchmal bei Erwachsenen deutlich über das Ziel hinaus. Das erneute Prostata-Wachstum beginnt laut Prof. Matthias May, Oberarzt in der Urologie des St. Elisabeth Klinikums Straubing, etwa mit dem 35. Lebensjahr. In hohem Alter haben dann fast alle Männer eine vergrößerte Vorsteherdrüse, meint der Spezialist, der 2020 vom Focus-Magazin Gesundheit erneut als Top-Experte für die Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen ausgezeichnet wurde. In seinen Worten: "Man muss nur alt genug werden, um vom kontinuierlichen Wachstum seiner Prostata klinische Warnhinweise zu erhalten." Der Harnstrahl wird schwächer, der Drang zur Toilette häufiger und auch nachts muss "Mann" öfter urinieren. "Irgendwann kommt dann auch ein Restharngefühl dazu", sagt Prof. May.

All diese Probleme sind im Alter völlig normal und meist harmlos - sofern nicht in seltenen Fällen ein Prostatakarzinom dahintersteckt. Um eine mögliche Krebserkrankung früh zu entdecken, sollten Männer ab dem 45. Lebensjahr die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Urologen in Anspruch nehmen, rät das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Dr. Christian Gilfrich, Chefarzt der Urologie im St. Elisabeth Klinikum Straubing und ebenfalls vom Focus-Magazin als Top-Mediziner für Prostata-Behandlungen empfohlen, ergänzt: "Wichtig ist: Männer, bei denen in der nahen Verwandtschaft Prostatakarzinome vorkommen, sollten schon ab dem 40. Lebensjahr zur Früherkennungsuntersuchung gehen." Steht danach fest, dass eine Vergrößerung harmlos ist, muss diese nicht unbedingt behandelt werden. Eine Therapie ist erst dann sinnvoll, wenn die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen, meint Prof. May hierzu. Man solle jedoch nicht warten, bis das Urinieren nicht mehr klappt.

Wer sich in Absprache mit seinem Praxis-Urologen für eine Behandlung entscheidet, muss meist nicht gleich unters Messer. Zuerst kommen innovative Medikamente zum Einsatz. "Medikamentös kann heute einerseits die durch die Prostata verlaufende Harnröhre erweitert werden, was zu einer besseren Harnpassage führt", erklärt May. Das funktioniert mit sogenannten selektiven Alpharezeptoren-Blockern. Mit 5-Alpha-Reduktasehemmern dagegen "kann die Prostata in ihrem Wachstum zurückgedrängt und somit wieder verkleinert werden."

 

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