Stahlblaue Augen, Schlappohren, noch viel zu groß wirkende Pfoten, mausgraues Fell, gepaart mit einer ungezähmten Neugierde: Das ist Lilly. Sie ist ein Weimaranerwelpe und seit drei Wochen in der Ausbildung zum Personensuchhund bei der polizeilichen Diensthundegruppe Regensburg.

Knapp drei Monate ist Lilly jetzt alt. Ihr neues Herrchen Michael Discherl hat sie mit seinem Chef, Diensthundeführer Bernhard Meyerhofer, vom Züchter in Schleswig-Holstein abgeholt. "Das war ein unbeschreibliches Gefühl, wenn so viele Welpen um einen herumwuseln. Lilly war die erste, die auf mich zugekommen ist", sagt Discherl. Der 39-Jährige wird gemeinsam mit seiner neuen Hündin eine zweijährige Ausbildung absolvieren und in die Fußstapfen von Bernhard Meyerhofer treten. Doch bis dahin haben die beiden noch viel zu lernen. Allen voran Fährten aufnehmen und lesen.

Da trifft es sich gut, dass das Schnüffeln von Anfang an Lillys Leidenschaft gewesen ist. Das hat schon ihr Züchter bemerkt und den Weimaranerwelpen der Diensthundegruppe empfohlen. "Sie ist nicht ängstlich, geht voran, und hat ihre Nase ständig am  oden", sagt Meyerhofer. Gute Voraussetzungen für den Job bei der Polizei.

"In Bayern gibt es insgesamt 400 Diensthunde, davon allerdings  nur 19 Personensuchhunde und neun Hunde in der Ausbildung. Sie sind - ebenso wie Schutzhunde,  Sprengstoffhunde, Drogenspürhunde oder Brandmittelspürhunde - Experten auf ihrem Gebiet", erklärt Meyerhofer.

Ihre Aufgabe: Vermisste Menschen suchen oder Bewegungsprofile von flüchtigen Tätern rekonstruieren. "Personensuchhunde müssen Spezialisten werden und Menschen nach ihrem Individualgeruch finden können. Sie werden oft bei Tötungsdelikten, Raubüberfällen oder der Vermisstensuche eingesetzt." Acht Diensthunde gibt es aktuell in Regensburg. Ihr Einsatzgebiet: Ganz Ostbayern.

"Nasenarbeit ist Gedächtnisarbeit" Doch ist der Job auch was für die Rasse oder ist das gegen die Natur?