Problem Grenzschließungen Bau fürchtet Schwierigkeiten durch Coronakrise

Bislang ging es der Baubranche gut - angesichts der Coronakrise könnte sich das nun ändern. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Der Bau zählt seit Jahren zu den deutschen Boom-Branchen. Anders als Hoteliers oder Gastwirte spüren Bauunternehmer bislang auch nur geringe Corona-Auswirkungen. Doch auch für sie gibt es Risiken.

Berlin - Die Coronakrise könnte aus Branchensicht auch den Bau in Deutschland bremsen.

"Besonders treffen die Unternehmen die aktuellen Grenzschließungen, da Personal aus EU-Nachbarländern nicht mehr auf die Baustellen kommt und Arbeitsausfall droht", teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie der Deutschen Presse-Agentur mit. Insgesamt seien die Auswirkungen der Krise für die Branche aber noch schwer vorhersehbar. Noch seien sie verhältnismäßig gering, das könne sich aber von Tag zu Tag ändern.

Notwendig sei, dass die öffentliche Hand als Bauherr Verzögerungen infolge des Coronavirus als höhere Gewalt anerkenne und nicht zum Gegenstand von Schadenersatz mache. Die Branche schlägt zudem vereinfachte Zahlungsverfahren vor, damit die Betriebe auch bei Bauverzögerungen ihre Leute und Geräte finanzieren können.

Außerdem müssten weiterhin Aufträge ausgeschrieben werden. "Nur so können die Unternehmen diese sich abzeichnende Krise wirtschaftlich überstehen und hoffentlich in ein paar Monaten wieder von Corona ungestört unter Volllast arbeiten."

Die Krise birgt aus Sicht des Verbands weitere Risiken: Dass Baustoffe und Material fehlten, wenn Werke in Folge von Erkrankungen geschlossen werden, dass Bauarbeiter selbst erkranken und dass Baustellen behördlich geschlossen werden.

Das Kurzarbeitergeld helfe, dass Fachkräfte nicht entlassen werden müssten, hieß es. "Denn wenn wir die Auswirkungen des Coronavirus halbwegs glimpflich überstanden haben, muss nach wie vor viel gebaut werden, wofür Deutschland eine starke Bauindustrie braucht."

Der Bau fordert aber Unterstützung für seine überbetrieblichen Ausbildungszentren. "Die meisten der bundesweit circa 200 Zentren dürfen seit dieser Woche nicht mehr ausbilden, was ihre Einnahmen auf Null herunter fährt." Es drohten Insolvenzen und damit Probleme auch nach der Pandemie.

 

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