Pressekonferenz des Landratsamtes Ausgangsbeschränkungen scheinen zu wirken

Die Pressekonferenz des Landratsamts Freising. Foto: Landratsamt Freising

Die Zahl der Menschen im Landkreis Freising, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, steigt weiter. Zum Stand 26. März, 13 Uhr, waren es 326 Personen, davon sind 64 inzwischen wieder genesen. Sieben Todesfälle hat es im Zusammenhang mit Corona bisher gegeben. Das gab das Landratsamt am Donnerstag bekannt.

Die in ganz Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen scheinen bereits Auswirkungen auf die Arbeit des Gesundheitsamts zu haben. „Die Neuinfizierten melden im Schnitt deutlich weniger Kontaktpersonen“, sagte Leiterin Christine Setzepfandt im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag im Landratsamt. Landrat Josef Hauner bedankte sich bei allen Organisationen, die mithelfen, um die Krise einzudämmen: „Es ist ein starkes Miteinander. Wir arbeiten alle intensiv daran, diese schwierige Situation zu bewältigen.“

46 Personen sind derzeit im Klinikum Freising untergebracht, davon 22 bestätigte COVID-19-Fälle und 24 Verdachtsfälle. Elf Patienten liegen auf der Intensivstation, neun davon werden beatmet. Zwei Betroffene konnten zwischenzeitlich von der Intensivstation zurück in die „normale“ Isolierstation verlegt werden. „Wir haben weiterhin eine stabile Lage“, sagte der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier. 90 Betten stehen aktuell auf der Isolierstation zur Verfügung. Und das Klinikum könne um weitere 90 erweitern, so Neumaier. „Es herrscht überhaupt keine Bettennot“, trat der Ärztliche Direktor anderslautenden Meldungen entgegen.

Konzept zur Erweiterung der Krankenhauskapazitäten

„Das Klinikum hat schon sehr viel getan. Für den Fall, dass die Bettenkapazitäten dennoch nicht reichen, hat die Führungsgruppe Katastrophenschutz in Zusammenarbeit mit dem Klinikum, dem Gesundheitsamt und den Hilfsorganisationen ein Konzept erarbeitet, um Patienten mit geringem Therapieaufwand verlegen zu können“, kündigte Landrat Hauner an. „Wir denken dabei aber nicht daran, Turnhallen zu belegen, sondern eher an Hotels. Die Voraussetzungen dort seien viel besser – im Hinblick auf Hygiene, Einzelzimmer, Betreuung und Essensversorgung.

„Eine Engstelle sind eher die Beatmungsgeräte“, sagte Neumaier. Man hoffe, dass bald weitere Geräte eintreffen, so Neumaier und Hauner. Insgesamt kümmere sich das Landratsamt schon lange selbst darum, Schutzausrüstung von verschiedenen Quellen zu bekommen. „Wir können uns hier nicht auf Bund und Freistaat verlassen, sonst könnten wir schon nicht mehr arbeiten“, sagte Hauner.

Teststelle wird erweitert

Um das Gesundheitsamt weiter zu entlasten, wird die Kapazität der Teststelle am Landkreisbauhof erweitert. Ab Freitag, 27. März, werden dort montags bis samstags von 9 bis 14 Uhr Patienten auf das Coronavirus getestet, die nach Beratung durch einen niedergelassenen Arzt zum Abstrich geschickt werden. Der jeweilige Arzt wird einen Überweisungsschein senden, um die Patienten zu legitimieren. Die Tests wird der BRK-Kreisverband durchführen. Weiterhin werden die Betroffenen, die einen Termin vom Gesundheitsamt bekommen, nachmittags (von 15 bis 20 Uhr) getestet – bis einschließlich 24. März waren das rund 300 Personen.

Verändert hat sich die Arbeitsweise der niedergelassenen Ärzte, wie Georg Miedl, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Freising sagte. Um Erkältungsfälle aus den Praxen fernzuhalten, werde viel telefonisch oder per E-Mail kommuniziert. Die Materialsituation sei Dank der Bemühungen des Landratsamts sichergestellt. Mehrere Chargen hatte das THW Freising bereits verteilt.

Die Johanniter haben außerdem ein Konzept zur Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln, Getränken, Medikamenten und medizinischen Pflegeprodukten und zur Erledigung dringender Besorgungsgänge erarbeitet. Dafür ist ab sofort die Telefonnummer 08161/967179 freigeschalten (Mo – Fr: 9 bis 16 Uhr).

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