Cornelia Gumm ist erfolgreiche Stilberaterin aus München. Sie berät gleichsam Frauen, Männer und Firmen, erstellt sogar ganze Firmenkonzepte. 90 Prozent ihrer weiblichen Einzelkunden sind berufstätige Frauen, die vorankommen wollen. Sie weiß, worauf es beim Thema Mode im Beruf ankommt.

Längst haben sich die strengen Reglements in den unterschiedlichen Berufsbranchen gelockert: Wo es früher verpönt war, Piercings oder Tattoos offen zu zeigen, ist dies mittlerweile ein Zeichen von Authentizität und Persönlichkeit, so zum Beispiel in der Hotelbranche oder bei den Sterneköchen. Unlängst sei auch die Krawatte kein Muss mehr im Vorstand oder im Recruiting, erklärt Gumm. Doch längst gilt dies nicht für alle Berufssparten oder Ebenen.

"Wenn sich eine Frau als Mann verkleidet, tritt sie in direkte Konkurrenz"

Besonders Frauen im Big Business haben es schwer, selbst wenn sie dasselbe Know-how mitbringen wie ihre männlichen Kollegen. Dabei besitzen sie diese "emotionale, strategische, verbindende Intelligenz", meint Cornelia Gumm. "Beide Geschlechter könnten sich als Team wunderbar ergänzen und an einem Strang ziehen." Bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts hätten sich erfolgreiche Frauen oftmals quasi als Mann verkleidet. Designer wie Giorgio Armani oder Jil Sander prägten mit ihrem androgynen Stil die Frauenmode der Vorstandsetagen. Für Cornelia Gumm ist diese Kleiderwahl überholt: "Wenn sich eine Frau als Mann verkleidet, tritt sie in direkte Konkurrenz. Dann geht der Rangkampf los und eine Frau muss erst einmal beweisen, dass sie toll ist." Für Cornelia Gumm ist das Ziel daher, nach Business auszusehen, eine subtile elegante Weiblichkeit zu transportieren und dabei die eigene Persönlichkeit nicht auszuklammern: "Gerade in Führungspositionen sollte das Selbstbewusstsein für die Einzigartigkeit ausgestrahlt und auch gelebt werden. Was aufgesetzt ist, funktioniert nicht", so Gumm. Bei aller Persönlichkeit sollte Frau sich natürlich aber "im Vorfeld mit dem äußeren Erscheinungsbild befassen und darüber nachdenken, ob der Business-Look, der nach dem Studium oder der Ausbildung noch genau passend war, auf dem Weg in die Führungsetage immer noch stimmig ist."